35 000 Menschen gehen auf die Straße
Bisher größte Friedensdemos gegen Irak-Krieg

Bei den bisher größten Demonstrationen in Deutschland gegen den drohenden Irak-Krieg sind am Wochenende in München mehrere zehntausend Menschen auf die Straße gegangen.

HB/dpa MÜNCHEN. Insgesamt protestierten am Rande der Sicherheitskonferenz annähernd 35 000 Menschen weitgehend friedlich, berichtete der Münchner Polizeivizepräsident Jens Viering am Sonntag. 51 Teilnehmer wurden in den drei Tagen zeitweise festgenommen oder kamen in Gewahrsam, fünf Polizeibeamte wurden verletzt. Im Vorfeld war mit größeren Ausschreitungen gerechnet worden.

Trotz heftigen Schneefalls und Minusgraden versammelten sich am Samstag rund 10 000 Menschen zu einer Hauptkundgebung von Gewerkschaften, Kirchen und Parteien. Anschließend folgten laut Polizei knapp 15 000 Menschen einem Aufruf linker Gruppierungen. Die Veranstalter sprachen jeweils von deutlich mehr Teilnehmern. Auf zwei Dutzend weiteren Veranstaltungen kamen von Freitag bis Sonntag insgesamt mehrere tausend Menschen zusammen.

Die Polizei war mit rund 3500 Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz. Insgesamt wurden 24 Menschen festgenommen, 27 weitere kamen in Gewahrsam. Fast alle waren am Sonntag wieder auf freiem Fuß.

"Krieg ist kein Videospiel", rief Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) den Demonstranten bei der zentralen Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu. Bayerns DGB-Chef Fritz Schösser sagte: "Wir wollen nicht, dass Menschen sterben - schon gar nicht präventiv." Auch die evangelische Regionalbischöfin Susanne Breit- Keßler und der katholische Münchner Weihbischof Engelbert Siebler sprachen sich gegen einen Krieg aus. Auf Transparenten forderten Demonstranten: "No war" und "Kein Krieg für Öl".

Den anschließenden Demonstrationszug von rund 80 linken Gruppen begleiteten die Sicherheitskräfte mit einem massiven Aufgebot. Versuche der Demonstranten zum Tagungshotel der Sicherheitskonferenz ,"Bayerischer Hof", vorzudringen, schlugen fehl. Viering sagte, Störungen seien hauptsächlich von etwa 300 angereisten Autonomen ausgegangen.

Bereits am Freitagabend hatten rund 2500 Menschen in der Innenstadt friedlich gegen die Sicherheitskonferenz und einen Krieg im Irak demonstriert. Auch eine Lichterkette von rund 1200 Friedensaktivisten kurz vor Mitternacht ging ohne Probleme über die Bühne.

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