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39 Tote und 100 Verletzte bei Anschlag in Pakistan

Bei einem Bombenanschlag in Zentral-Pakistan sind am Donnerstag mindestens 39 sunnitische Muslime getötet worden. Außerdem habe es mehr als 100 Verletzte gegeben, als eine Autobombe während einer Kundgebung in der Stadt Multan detonierte, teilte die Polizei mit.

dpa ISLAMABAD. Bei einem Bombenanschlag in Zentral-Pakistan sind am Donnerstag mindestens 39 sunnitische Muslime getötet worden. Außerdem habe es mehr als 100 Verletzte gegeben, als eine Autobombe während einer Kundgebung in der Stadt Multan detonierte, teilte die Polizei mit.

Hinter der Tat wurde ein Racheakt von Angehörigen der schiitischen Minderheit Pakistans vermutet. Innenminister Aftab Ahmed Khan Sherpao ging von einem Zusammenhang mit dem Anschlag auf eine schiitische Moschee in der Stadt Sialkot vergangenen Freitag aus, bei dem 31 Gläubige starben.

In der Stadt 425 Kilometer südwestlich von Islamabad hatten sich rund 1 500 Sunniten versammelt, um eines vor einem Jahr ermordeten militanten Sunniten-Führers zu gedenken. Die Bombe explodierte nach Polizeiangaben, als sich die Menge vor dem Morgengebet aufzulösen begann. Der Polizeichef der Stadt sagte, die rund sieben Kilogramm schwere Autobombe sei vermutlich ferngezündet worden. Die Armee entsandte Soldaten nach Multan. Pakistans Regierungschef Shaukat Aziz rief eine Krisensitzung des Kabinetts ein.

Ein radikaler Sunnitenführer drohte Selbstjustiz an, sollte die Regierung die Hintermänner des Anschlags nicht binnen einer Woche fassen. "Wenn die Regierung dabei versagt, die Schuldigen bis nächsten Freitag zu finden und festzunehmen, dann werden wir uns um sie kümmern", sagt Maulana Mohammad Ahmed Ludhiyanvi vor Trauernden in Multan. Er kritisierte, dass die Regierung nach dem Anschlag auf die schiitische Moschee in der Stadt Sialkot keine Schutzmaßnahmen ergriffen habe.

Bei Angriffen radikaler Sunniten wurden seit März mehr als 100 Schiiten getötet, die rund 18 Prozent der 150 Mill. Pakistaner ausmachen. Präsident Pervez Musharraf hat mehrfach an Angehörige der beiden muslimischen Glaubensrichtungen appelliert, die Gewalt zu beenden. Zwischen Sunniten und Schiiten kommt es in Pakistan seit mehr als 20 Jahren zu blutigen Zusammenstößen.

Im Rahmen seiner Asienreise wird Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) an diesem Sonntag zu einem Besuch in Pakistan erwartet.

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