3M belastet den Dow Jones
Wall Street sorgt sich um Bilanzen

Sorgen über schwache Unternehmensbilanzen haben nach Händlerangaben am Montag an der Wall Street im Handelsverlauf die Oberhand gewonnen und die Kurse abbröckeln lassen. Während im frühen Handel vor allem die Technologiewerte von einer Heraufstufung der Cisco-Aktien durch die US-Investmentbank UBS Warburg profitiert hätten, habe sich später Ernüchterung durchgesetzt, hieß es auf dem Parkett.

Reuters NEW YORK. "Business as usual", kommentierte Peter Coolidge, Händler bei Brean Murray & Co., den Kursverlauf. "Es gibt viel, worum man sich Sorgen machen kann, wenn die Bilanzen kommen, einen schwachen Trend und keine unmittelbaren Anzeichen eines bevorstehenden Aufschwungs zeigen."

Der Dow-Jones-Index notierte gegen 18.15 Uhr MESZ mit rund einem Prozent im Minus auf 10 469,46 Punkten, während der technologielastige Nasdaq-Index mit 1,32 Prozent tiefer auf 2 002,53 Punkten lag.

Verluste der Blue Chips 3M und Hewlett-Packard hätten den Dow-Jones-Index belastet sagten Händler. Der Mischkonzern Minnesota Mining and Manufacturing (3M) hatte zuvor mitgeteilt, im zweiten Quartal 2001 sei, wie zuvor bereits angekündigt, weniger verdient und umgesetzt worden als im Vorjahreszeitraum. Die Aktien verloren daraufhin knapp ein Prozent auf 112,00 Dollar. Hewlett-Packard (HP) gaben 3,22 Prozent auf 25,52 Dollar nach. Der nach HP zweitgrößte US-Hersteller von Computerdruckern, Lexmark International, hatte am Montag mitgeteilt, die Gewinne im dritten und vierten Quartal könnten unterhalb der Erwartungen von Analysten ausfallen, da sich die Nachfrage abgeschwächt habe.

Die Titel des Dow-Wertes Walt Disney Co. gaben erste Gewinne wieder ab und notierten im Verlauf 0,78 Prozent schwächer auf 26,79 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, es wolle die Kinder-TV-Kanäle Fox Family Worldwide von Rupert Murdoch's News Corp. für rund 3 Milliarden Dollar übernehmen.

Der Markt habe im frühen Geschäft die Bilanzen einiger

Technologiekonzerne und die Höherbewertung von Cisco zum Anlass für einen kurzfristigen Kursaufschwung genommen, sagten Händler. Die Investmentbank UBS Warbung hatte ihre Bewertung für die Aktien des Netzwerkherstellers auf "Kaufen" von "Halten" und das Kursziel für die nächsten zwölf Monate auf 24 von 20 Dollar heraufgesetzt. Die Titel legten um knapp drei Prozent auf 18,45 Dollar zu. Check Point Software Technologies kletterten kräftig um 5,79 Prozent auf 37,50 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, der Gewinn im zweiten Quartal habe sich auf 86,6 Millionen Dollar verdoppelt.

Der größte US-Stahlproduzent USX Steel Group-U.S. rutschte nach eigenen Angaben im zweiten Quartal in die Verlustzone. Die Titel verloren daraufhin im Verlauf drei Prozent auf 20,37 Dollar. Der US-Konsumgüterhersteller Colgate-Palmolive verdiente nach eigenen Angaben trotz des starken Dollarkurses im zweiten Quartal des laufenden Jahres 9,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Titel gaben dennoch um 2,6 Prozent auf 54,36 Dollar nach.

"Das ist das Gescheiterte-Rally-Syndrom", sagte Brian Finnerty, Geschäftsführer bei C.E. Unterberg Towbin. "Jeder kommt am Montag herein und will optimistsch sein. Aber alles, was man am Wochenende liest - Barron's und das Wall Street Journal - ist so pessimistisch wie man nur sein kann." Die Wall Street erwartet nach Angaben von Thomson Financial/First Call in dieser Woche rund 2300 Unternehmensbilanzen.

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