4:2 gegen Liverpool
Leverkusen im Champions-League-Halbfinale

Dank einer beeindruckenden Torgala hat Bayer 04 Leverkusen den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte gefeiert.

dpa LEVERKUSEN. Durch einen verdienten 4:2 (1:1)-Erfolg über den FC Liverpool zog die Mannschaft von Trainer Klaus Toppmöller am Dienstag erstmals in ein Champions-League-Halbfinale ein. Dort ist Ende April der Sieger des Duells zwischen Manchester United und Deportivo La Coruna (Hinspiel 2:0) der Gegner.

Vor 22.500 Zuschauern in der ausverkauften BayArena erzielten der überragende Michael Ballack (16./63.), Dimitar Berbatow (68.) und Lucio (84.) die Tore für das kampfstarke Bayer, das damit das 0:1 aus dem Hinspiel wett machte und seine stattlichen Einnahmen in diesem Millionen-Spiel nun auf rund 35 Millionen Euro aufstocken kann.

Für Liverpool trafen Abel Xavier (42.) und Jari Litmanen (78.). Ohne Nationalspieler Carsten Ramelow (Gelb-Sperre), aber wieder mit dem im Hinspiel gesperrten Abwehrchef Jens Nowotny machten sich die Gastgeber daran, gegen den englischen Rekordmeister zum Erfolg zu kommen. Zwei Viererketten in Abwehr und Mittelfeld sowie das Sturm- Duo Kirsten/Brdaric sollten die starke Hintermannschaft des UEFA-Cup - Siegers knacken und zugleich dessen gefürchteten Konter unterbinden.

Doch schon nach 43 Sekunden bot sich dem von der noch ungeordneten Bayer-Kette sträflich frei gelassenen Emile Heskey die erste Chance, sein Schuss wurde aber in letzter Sekunde noch zur Ecke abgeblockt.

In der Folge übernahmen dann die Hausherren taktisch diszipliniert das Kommando: Ohne zu viel zu riskieren, erarbeiteten sie sich ein Übergewicht. Nachdem Ze Roberto (4.). bei einem 20-m-Freistoß noch zu hoch gezielt hatte, machte es Ballack zwölf Minuten später besser: Sein strammer 20-m-Linksschuss schlug als Bilderbuchtor unhaltbar im Winkel ein. Es war der 50. Treffer des Werksclubs in der Meisterliga.

Die "Reds" blieben in dieser Phase vieles schuldig. Sie wirkten recht ideenlos, Gefahr drohte nur bei einem schnellen Gegenangriff. Michael Owen wurde freigespielt, doch Keeper Hans-Jörg Butt klärte in höchster Not mit dem Fuß.

Angetrieben von den starken Mittelfeld- Motoren Ballack und Schneider, der wie Ze Roberto immer wieder über außen agierte, spielten die Gastgeber befreit auf. Thomas Brdaric hatte gar das 2:0 auf dem Fuß, doch Dudek wehrte dessen Direktschuss glänzend ab (40.). Doch dann folgte die kalte Dusche. Nach Danny Murphys Ecke konnte Xavier die Flanke ungehindert einköpfen. Der für die Bewachung des Verteidigers eingeteilte Brdaric hatte geschlafen, Bayer war um die Früchte seiner Arbeit gebracht.

"Liverpool will hier keinen Schönheitspreis gewinnen. Wir werden nun alles riskieren", meinte Manager Reiner Calmund. Nach dem Wechsel setzte Klaus Toppmöller alles auf eine Karte. Mit Oliver Neuville und Dimitar Berbatow kamen zwei weitere Stürmer für Kirsten und Sebescen, nach dessen Austausch nur noch drei Mann verteidigten.

Doch zunächst hätte Owen für Liverpool alles klar machen können: Erst traf er den Pfosten (50.), dann scheiterte er an Butt (57.). Ein Volleyschuss von Neuville (59.) läutete dann Bayers nächste Drangperiode ein. Erst scheiterte Ballack noch knapp, dann war der überragende Mittelfeldakteur nach Schneiders Maßflanke per Kopf zum zweiten Mal erfolgreich.

Liverpool wankte und Bayer spielte sich in einen Rausch: Edeljoker Berbatow schien mit dem dritten Treffer alles klar gemacht zu haben. Nach Litmanens Tor musste wieder gezittert, am Ende aber verdientermaßen doch gejubelt werden.

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