4,6 Milliarden Euro Umsatz
Fitnesskur beschert Rheinmetall Ertragssteigerung

Nach Jahren der Restrukturierung und Desinvestitionen sieht sich der Düsseldorfer Technologie- und Rüstungskonzern Rheinmetall wieder auf Wachstumskurs.

Reuters DÜSSELDORF. Bis 2004 werde eine am Umsatz orientierte Ebit-Marge (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von sieben Prozent nach derzeit 4,3 Prozent angestrebt, sagte Vorstandschef Klaus Eberhardt am Donnerstag. Nach deutlichen Ergebniszuwächsen im Vorjahr rechne der Vorstand angesichts der guten Auftragslage trotz der unsicheren Konjunkturentwicklung 2002 erneut mit einem Umsatz- und Ergebnisplus. Wachstumsträger seien die Bereiche Electronics und Defence, während der Automobilbereich in diesem Jahr eher stagnieren werde.

Im ersten Quartal sei der Umsatz um sechs Prozent auf 1,0 Milliarden Euro gestiegen, hieß es weiter. Der Auftragseingang legte den Angaben zufolge um ein Prozent auf 976 Millionen Euro zu. Der Auftragsbestand wurde mit 4,1 Milliarden Euro beziffert, einem Plus von elf Prozent. Der vollständige Quartalsbericht soll am 28. Mai veröffentlicht werden.

"Fitnesskur beschere lang anhaltende Ertragsverbesserung"

Durch den seit 2000 realisierten Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Unternehmen habe sich Rheinmetall von etwa 750 Millionen Euro Umsatz und 4400 Mitarbeitern getrennt, sagte Eberhardt weiter. "Damit haben wir 180 Millionen Euro Cash Flow generiert". Weitere Desinvestitionen mit einem Umsatz von insgesamt rund 400 Millionen Euro seien noch vorgesehen.

Die Restrukturierungen würden im laufenden Jahr abgeschlossen, fügte Eberhardt hinzu. Das mittelfristig zu erzielende Einsparpotenzial bezifferte Eberhardt mit 100 Millionen Euro jährlich. Die "Fitnesskur" beschere Rheinmetall eine "lang anhaltende Ertragsverbesserung".

Zusammenarbeit mit ATK wird fortgesetzt

Trotz des Scheiterns des ursprünglich vorgesehenen Joint Ventures mit Alliant Techsystems (ATK) werde Rheinmetall die Zusammenarbeit mit dem US-Munitionshersteller fortsetzen, kündigte Eberhardt an. "Wir stehen weiterhin in einer Liebesbeziehung zueinander, haben aber keinen Ehevetrag unterzeichnet". Die künftigen Kooperationen werden sich nach den Worten des Rheinmetall-Chefs auf einzelne Projekte konzentrieren, wie es bereits seit 1979 praktiziert werde.

Mitte April hatte der Konzern mitgeteilt, die Pläne für ein Joint Venture mit ATK im Bereich Munition sowie groß- und mittelkalibrige Waffen würden nicht fortgesetzt. Grund seien die veränderten politischen Rahmenbedingungen nach den Anschlägen am 11. September.

Konzern hofft auf Bundes-Aufträge

Eberhardt äußerte die Hoffnung, dass die Bundesregierung noch in diesem Jahr Aufträge über vier Projekte im Wehrbereich vergibt. "Wir gehen davon aus, diese Projekte in diesem Jahr in die Bücher zu bekommen". Es handele sich um Marineleichtgeschütze, die Nachrüstung des Schützenpanzers Marder I mit einem verbesserten Minenschutz, Minenjagdausrüstung für Boote und den Nachfolger des Marder I.

Umsatzsteigerung im vergangenen Jahr

Bei einem Umsatz von 4,60 (Vorjahr: 4,57) Milliarden Euro stieg das Ebit 2001 auf 197 (103) Millionen Euro, der Überschuss auf 38 (minus 43) Millionen Euro. Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 0,44 Euro pro Stammaktie und von 0,50 Euro pro Vorzugsaktie erhalten. Im Vorjahr war auf die Stammaktien zusätzlich ein Bonus von 0,20 Euro gezahlt worden. Die Familie Röchling hält 72,7 Prozent der Stammaktien und 10,5 Prozent der Vorzüge.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%