40 Menschen sind bislang in Hongkong gestorben: SARS in Hongkong noch nicht unter Kontrolle

40 Menschen sind bislang in Hongkong gestorben
SARS in Hongkong noch nicht unter Kontrolle

Kanadische Wissenschaftlicher halten eine baldige Entwicklung eines wirksamem Impfstoffes gegen SARS für möglich, nachdem sie das Genom des Virus entziffert haben. Gesundheitsexperten warnten jedoch vor überzogenen Hoffnungen. Nach ihrer Ansicht könnte es Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte, SARS könnte sich zu einer globalen Epidemie auswachsen.

Reuters HONGKONG. Allerdings seien jetzt das Wesen der Krankheit, die Art und Weise der Übertragung und die effektivsten Behandlungsmethoden bekannt. Hongkongs Regierungschef Tung Chee Hwa habe dies dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao bei einem Treffen in der südchinesischen Provinz Guangdong mitgeteilt. Dort sind nach WHO-Angaben bereits im November die ersten SARS-Fälle aufgetreten.

In Hongkong sind bislang 40 Menschen an dem Schweren Akuten Atemwegsyndrom (SARS) gestorben, 1 150 Menschen sind mit dem Virus infiziert. Weltweit haben sich mehr als 3 200 Menschen angesteckt, 132 Menschen starben an der Krankheit. Die meisten Infektionen sind neben Hongkong in Südchina, Singapur und Kanada aufgetreten. Weitere Verdachtsfälle meldeten auch die Behörden auch aus der Mongolei. Die Flug- und Schienenverbindungen nach Hohhot in der Inneren Mongolei seien für 14 Tage eingestellt worden. Vier Personen hätten Symptome der Krankheit aufgewiesen, nachdem sie aus der der Hauptstadt der chinesischen Region zurückgekehrt seien. Dort starben bislang drei Personen an der Lungenkrankheit.

Die Entzifferung des SARS-Genoms werde bei der Entwicklung eines zuverlässigen Diagnose-Tests helfen, sagte eine Wissenschaftlerin des Michael-Smith-Genom-Zentrums im kanadischen Toronto. "Dies erlaubt es, spezielle antivirale Wirkstoffe zu finden, von denen es zugegebenermaßen noch nicht sehr viele gibt", sagte sie weiter. Das Institut hatte am Wochenende bekannt gegeben, das Genmaterial des SARS-Erregers entziffert zu haben und damit bei der Bekämpfung der Krankheit einen entscheidenden Schritt vorangekommen zu sein.

Im März breitete sich das Virus auf Hongkong aus und wurde von dort aus durch Flugreisende weltweit in rund 20 Länder verbreitet. Die WHO warnte am Wochenende auf ihrer Internetseite, SARS könnte die erste schwere Erkrankung des 21. Jahrhunderts mit dem Potenzial für eine weltweite Epidemie werden. In einer hochmobilen und untereinander verbundenen Welt könnte sich die Krankheit rasch ausbreiten. Zudem wüchsen die Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die WHO schätzt, dass SARS bereits jetzt wirtschaftliche Schäden von 30 Milliarden Dollar verursacht hat. Der Schaden könnte angesichts der globalisierten Wirtschaft rasch weiter steigen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%