40 Prozent Unterschied
Rauchende Eltern bekommen häufiger Mädchen

Stark rauchende Paare zeugen einer neuen Studie zufolge im Vergleich zu Nichtrauchern seltener Jungen als Mädchen.

dpa LONDON/KOPENHAGEN. Das berichten japanische und dänische Forscher in der britischen Fachzeitschrift "The Lancet" vom Samstag. Die Ursachen für diese Verschiebung der Geschlechterverhältnisse seien nicht klar, schreiben sie.

Die Wissenschaftler um Misao Fukuda und Anne Grete Byskov teilten die Eltern von rund 11 800 Kindern nach ihren Rauchgewohnheiten in mehrere Gruppen ein. Dabei stellten sie fest, dass das Verhältnis von Jungen zu Mädchen mit der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten abnahm. Während die an der Studie beteiligten Nichtraucher rund 20 Prozent mehr Jungen als Mädchen zeugten, bekamen Eltern, die zur Zeit der Zeugung mehr als 20 Zigaretten am Tag geraucht hatten, 18 Prozent mehr Mädchen.

Auch bei Eltern, bei denen nur der Mann starker Raucher war, hatte sich das Geschlechterverhältnis im Vergleich zu den Nichtrauchern verschoben. Sie zeugten in etwa gleich viele Jungen und Mädchen. Wenn nur die Mutter rauchte, veränderte sich dieses Verhältnis ebenfalls.

"Unsere Arbeitshypothese ist, dass Samenzellen mit Y-Chromosom - das für männliche Nachkommen verantwortlich ist - empfindlicher auf ungünstige, vom Rauchen ausgelöste Veränderungen reagieren als solche mit einem X-Chromosom", kommentierte Byskov, die an der Universitätsklinik Kopenhagen arbeitet. "Solche beeinträchtigten Y-Samenzellen könnten weniger leicht eine Befruchtung erreichen oder weniger überlebensfähige Embryonen erzeugen."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%