40 Prozent Zuwachs
China wird wichtigster Auslandsmarkt für VW

China hat VW mitten in einer tiefen Konjunkturflaute ein Absatzplus von 40 Prozent beschert und ist mit 500 000 verkauften Autos jetzt vor den USA größter Auslandsmarkt des Konzerns.

HB/dpa PEKING/WOLFSBURG. Bis 2007 rechnet der Marktführer in der Volksrepublik mit einer Verdoppelung des Absatzes auf eine Million Autos, berichtete Vorstand Robert Büchelhofer am Donnerstag in Peking. China habe weltweit "das größte Wachstumspotenzial". Auch sei das Geschäft für VW sehr profitabel. "Die Erträge hier sind die besten weltweit." Zahlen nannte er aber nicht.

Mit zwei neuen Modellen werde VW 2003 das stark wachsende untere Marktsegment in China abdecken. Die Produktion des Gol habe bereits begonnen. Er solle ab Frühjahr 2003 für einen Preis "deutlich unter" der kritischen Grenze von 100 000 Yuan (12 000 Euro) verkauft werden. Das Modell wird bereits in Brasilien gebaut und ist ein einfach ausgestatteter Kleinwagen auf Golfplattform. Büchelhofer rechnete "vorsichtig" mit einem Absatz von 50 000 Stück. Auch werde ein Polo mit dem in China beliebten Stufenheck angeboten. Die Einführung des Golfs werde diskutiert, sei aber "nicht entschieden".

Die Volkswagengruppe, die in Schanghai und Changchun mit chinesischen Partnern zwei Joint Ventures betreibt, wird ihre Investitionen um etwa 100 auf knapp 600 Millionen Euro jährlich erhöhen. Das Geld wird aus dem Kapitalfluss in China genommen. Über fünf Jahre bis 2007 sind insgesamt 2,9 Milliarden Euro geplant - etwa zehn Prozent der Investitionsausgaben weltweit.

Büchelhofer meinte, das Jahr 2002 werde mit einem Verkaufszuwachs von 85 Prozent für alle Passagierfahrzeuge in den ersten zehn Monaten "in die Geschichte der Automobilindustrie Chinas eingehen". Nach einem turbulenten Auftakt des Jahres nach der Aufnahme Chinas in die Welthandelsorganisation (WTO) sei der Marktanteil von Volkswagen wieder auf zuletzt 46 Prozent angestiegen. Damit ergebe sich ein Jahreswert von 40 Prozent. Private Autokäufe machten nach Schätzungen mehr als die Hälfte aller Verkaufsgeschäfte aus.

Importe werden trotz der Marktöffnung durch WTO keine große Rolle spielen - auch wenn sie sich von derzeit acht Prozent bis 2007 verdoppeln sollten. Volkswagen selbst hat eine Importgesellschaft gegründet und setzt auf sein breites Vertriebsnetz von 100 Händlern in China. Der Start eines eigenen Autokreditgeschäfts lässt wegen des Genehmigungsverfahrens weiter auf sich warten. "Das hatten wir uns schneller vorgestellt", sagte Büchelhofer. Der Repräsentant von Volkswagen in China, Zhang Suixin, rechnet erst 2004 damit.

Er äußerte die Hoffnung, dass Volkswagen 2003 mit Exporten von Autos oder Teilen aus China beginnen könne. Die Regierung in Peking dringe darauf, doch lägen die Produktionskosten noch über dem Weltstandard. Die Zulieferindustrie produziere zu kleine Mengen. Jeder Hersteller habe seine eigenen Zulieferer, während das Geschäft weltweit breiter gestreut ist. "Damit steht und fällt das Exportgeschäft", sagte Büchelhofer.

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