400 Mill. € schlummern in der Kriegskasse
GfK steigert Ergebnis und plant weitere Zukäufe

Das Marktforschungsinstitut GfK will über Zukäufe weiter wachsen. Bis zu 15 Akquisitionen oder Beteiligungen stehen zur Diskussion. Die "Kriegskasse" beträgt einschließlich Bankenkredite rund 400 Mill. €.

rtr NüRNBERG. Das Marktforschungsinstitut GfK sieht sich gut ins Jahr 2001 gestartet und plant künftig auch über Zukäufe weiter zu wachsen. Er könne sich bis zum Jahresende 14 bis 15 Zukäufe oder Beteiligungen vorstellen, sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst am Dienstag in Nürnberg auf der Bilanz-Pressekonferenz. In den ersten fünf Monaten 2001 hat die im M-Dax notierte Gesellschaft bereits vier Akquisitionen und drei Minderheitsbeteiligungen verbucht. Im Auftaktquartal 2001 stieg des GfK-Ergebnis vor Steuern und Zinsen einschließlich Beteiligungen (aEbit) im Vorjahresvergleich um 16,7 % auf rund 8,0 Mill. ?. Der Gesamtertrag habe sich um 9,5 % auf 120,2 Mill. ? erhöht. Für das Jahr 2000 will die GfK eine Dividende von 0,15 (Vorjahr 0,13) Euro zahlen.

"Wir sind mit einem guten Wind ins neue Geschäftsjahr gestartet", sagte Wübbenhorst. Ausschlaggebend hierfür seien unter anderem Prozessoptimierungen sowie eine auf 32,8 (46,9) Prozent gesunkene Steuerquote gewesen. Besonders gewachsen sei der größte Unternehmensbereich, die "Ad-Hoc-Forschung". Hier sei die Gesamtleistung um 19,6 % auf 47,0 Mill. ? und das Betriebsergebnis auf 2,3 (0,8) Mill. ? gestiegen. Alle vier Unternehmenssegmente hätten ihre Positionen verbessert, der Bereich "Consumer Tracking" allerdings nur leicht. Überdurchschnittliche Wachstumsraten seien in West- und Südeuropa sowie in Zentral- und Osteuropa erzielt worden.

Keine drastischen außergewöhnlichen Belastungen

Der Überschuss im ersten Quartal stieg den Angaben zufolge auf 5,0 (3,7) Mill. ?. Die GfK bekräftigte ihre Prognose, im Gesamtjahr den Ertrag auf 550 Mill. ? nach 480,9 Mill. im Jahr 2000 zu steigern. 40 Mill. ? sollten dabei über Zukäufe generiert werden. Das aEBIT 2000 von 39,4 (1999: 26,7) Mill. ? solle 2001 ohne Berücksichtigung außerordentlicher Belastungen um 25 % ansteigen. Dies entspreche einer Marge von etwa neun (8,4) Prozent.

Wübbenhorst sagte, er erwarte keine drastischen außergewöhnlichen Belastungen 2001. Allerdings würden die geplante SAP-Umstellung sowie Restrukturierungsmaßnahmen mit etwa vier Mill. ? zu Buche schlagen.

Details zu den geplanten Übernahmen nannte Wübbenhorst nicht. Die Kriegskasse des Marktforschungsinstituts bezifferte er einschließlich Bankenkredite auf rund 400 Mill. ?. Das Volumen der flüssigen Mittel und Wertpapiere belaufe sich auf etwa 81 Mill. ?. Als weiteren Schwerpunkt neben der internationalen Expansion nannte Wübbenhorst das verstärkte Engagement im Internet- und e-Commerce-Bereich.

Die GfK sieht sich unter den Marktforschungsinstituten weltweit an siebter Stelle, in Deutschland an Nummer eins. Ende März habe die GfK 4 046 Vollzeitmitarbeiter beschäftigt. Die GfK-Aktie notierte am Dienstag unverändert bei 35 ?.

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