400 Millionen Euro Bußgeld befürchtet
Heidelberg-Cement droht hohe Kartellstrafe

Im Kartellamtsverfahren wegen angeblicher Preisabsprachen mehrerer Baustoffkonzerne droht dem zweitgrößten deutschen Zementhersteller Heidelberg-Cement nach Angaben aus Branchenkreisen ein Bußgeld von rund 400 Millionen Euro.

Reuters FRANKFURT. "Die endgültige Summe steht noch nicht fest. Sie dürfte sich aber um 400 Millionen Euro bewegen", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus den Kreisen.

Eine Sprecherin von Heidelberg-Cement wollte sich zur Höhe einer möglichen Strafe nicht äußern. "Wir sind davon überzeugt, dass Heidelberg-Cement im Ergebnis dieses Kartellamtsverfahrens eine untergeordnete Rolle spielt", sagte sie lediglich zu den Reuters-Informationen. Der Konzern schließe aber nicht aus, dass ihm ein Beschuldigungsschreiben zugestellt werde. "Wenn es erforderlich werden sollte, werden wir Rechtsmittel einlegen", fügte die Sprecherin hinzu.

Den Reuters-Informationen zufolge dürfte sich die Summe der Kartellamts-Bußen im Zement-Verfahren auf rund eine Milliarde Euro und damit auf einen Rekordbetrag belaufen. Während der anteilig größte Brocken auf Heidelberg-Cement entfällt, müssen sich voraussichtlich der Wiesbadener Baustoffkonzern Dyckerhoff, die französische Lafarge, Holcim aus der Schweiz sowie die nicht-börsennotierte Schwenk KG auf Strafen von je rund 100 Millionen Euro einstellen.

Ein Sprecher von Dyckerhoff verwies auf Anfrage darauf, dass sein Konzern bereits in der Neunmonats-Bilanz eine Rückstellung von 107 Millionen Euro für eine drohende Kartellamtsstrafe gebildet habe. Bei Schwenk beziehungsweise den deutschen Niederlassungen von Holcim und Lafarge war zunächst niemand zu erreichen.

Das Bundeskartellamt hatte im August mitgeteilt, dass sich der Verdacht auf illegale Preis- und Quotenabsprachen unter verschiedenen deutschen und europäischen Zementherstellern erhärtet habe. Ein Sprecher der Behörde sagte am Dienstag: "Das Verfahren ist noch nicht beendet. Wir streben einen Abschluss Anfang nächsten Jahres an." Zur Möglichkeit und Höhe von Geldbußen wollte er keine Angaben machen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%