400 Mitarbeiter betroffen
Talkline trennt sich von Festnetz- und Internetgeschäft

Der Telekom-Anbieter Talkline will sich im kommenden Jahr von seinen verlustträchtigen Geschäftssparten Internet und Festnetz trennen und lediglich das profitable Mobilfunkgeschäft weiterführen.

Reuters ELSMHORN/KOPENHAGEN. Diese Entscheidung gab das Unternehmen am Dienstag in Abstimmung mit seiner Muttergesellschaft, dem dänischen Telekom-Konzern TDC, in Elsmhorn bekannt. Die TDC begründete die Schließung der Festnetz- und Internet-Sparten in Kopenhagen mit "mangelndem Interesse" von Investoren. Ein Sprecher der Talkline sagte indes, die Abtrennung der Geschäftsteile könne auch im Rahmen eines Spartenverkaufs oder des bereits angekündigten Verkaufs an das Management (Management-Buy-Out) vollzogen werden. Es liefen noch Verhandlungen, unter anderem mit dem Betriebsrat.

Die beiden Unternehmen bestätigten damit einen entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe). Von der Abspaltung sind nach Firmenangaben rund 400 Mitarbeiter betroffen.

Die 1991 gegründete Talkline erwirtschaftete im vergangenen Jahr vorrangig durch den Verkauf von Mobilfunkdienstleistungen 1,35 Mrd. Euro Umsatz und hatte im zweiten Quartal wieder ein positives Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen aufgewiesen. Eigenen Angaben von Anfang September zufolge zählte das Unternehmen in Deutschland 1,8 Mill. Mobilfunk-Kunden, 1,5 Mill. Kunden im Festnetzgeschäft sowie 1,1 Mill. Internetnutzer. Darüber hinaus bietet Talkline über eine Tochter so genannte Mehrwertdienste, wie etwa gebührenpflichtige Auskunftsdienste an. Diese profitabel arbeitenden Mehrwertdienste-Tochter Talkline ID soll nach Firmenangaben ebenfalls verkauft werden. Von der Konzentration auf den Mobilfunk verspricht sich die Talkline-Mutter TDC eine Verbesserung der finanziellen Situation.

Die zum US-Telekom-Konzern SBC Communications gehörende TDC möchte sich bereits seit mehreren Monaten ganz von dem Elmshorner Unternehmen trennen. Bislang führten die Gespräche, an denen auch die Mobilfunk-Vermarkter Mobilcom und Debitel beteiligt waren, jedoch nicht zu einem greifbaren Ergebnis. In der vergangenen Woche verließ Takline-Chef Klaus Holgaard Rasmussen das Unternehmen, um die Firma mit Hilfe von Investoren zu übernehmen. Die nun von seinem kommissarischen Nachfolger, TDC-Mobile-Chef Henning Vest, angekündigte Abspaltung der verlustreichen Sparten hat Rasmussen eigenen Angaben zufolge einkalkuliert. Diese Absicht ändere nichts an dem Übernahmeplan, der möglichst bis Jahresende abgeschlossen sein soll, sagte Rasmussen.

Von der angestrebten Abspaltung des Festnetzgeschäfts werden zahlreiche Kunden betroffen sein. Zum Kundenkreis von Talkline gehört unter anderem die Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, die alle Ferngespräche von der Deutschen Telekom auf den Wettbewerber des ehemaligen Monopolunternehmens verlagert hat.

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