40 000 Bauarbeter könnten noch entlassen werden
Bauwirtschaft rechnet mit weitern Stellenstreichungen

Wegen der anhaltenden Krise in der deutschen Bauwirtschaft werden dieses Jahr vermutlich nochmals mehrere zehntausend Arbeitsplätze verloren gehen. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes erwartet, dass mindestens 40 000 Bauarbeiter entlassen werden.

dpa BERLIN. Auch beim Umsatz wird ein weiteres Minus befürchtet. Verbandschef Arndt Frauenrath äußerte am Mittwoch in Berlin zugleich die Hoffnung, dass der Tiefpunkt in diesem Jahr überwunden wird. Nach einer Prognose des Münchner ifo Instituts wird die Bauindustrie jedoch Wachstumsbremse bleiben.

Der Zentralverband rechnet damit, dass die Beschäftigtenzahl bis zum Jahresende von derzeit rund 950 000 "noch einmal um 40 000 bis 50 000 Personen" sinkt. Im vergangenen Jahr waren erstmals seit der Wiedervereinigung weniger als eine Million Menschen legal am Bau beschäftigt. Allerdings wird die Zahl der Schwarzarbeiter auf etwa 300 000 geschätzt. Ferner geht der Verband für 2002 von weiteren Umsatzeinbußen in Höhe von 2,3 Mrd. Euro (4,5 Mrd. DM) auf dann nur noch 176,3 Mrd. Euro aus, ein Minus von 2,5 %.

Trotzdem äußerte Frauenrath die Hoffnung, dass zumindest im Westen "in diesem Jahr die Talsohle erreicht werden könnte". Im Osten werde dies frühestens 2003 der Fall sein. Die Hoffnung der Bauwirtschaft ruht darauf, dass die Bautätigkeit im öffentlichen und gewerblichen Bereich wieder anzieht. Beim Wohnungsbau wird weiter ein Minus von drei Prozent erwartet.

Bei den Baugenehmigungen, an denen sich die Entwicklung am ehesten erkennen lässt, gab es im vergangenen Jahr bei Wirtschaftsbauten und öffentlichen Bauten ein Plus. Beispielsweise wurden bis Ende November bundesweit 20,1 % mehr Genehmigungen für neue Büro- und Verwaltungsgebäude sowie 8,8 % mehr Genehmigungen für Werkstätten und Fabriken gezählt. Um 15 % rückläufig waren dagegen die Genehmigungen für neue Wohnungen.

Nach Einschätzung des Ifo-Instituts wird die Bauindustrie auch in den kommenden Jahren das Wirtschaftswachstum in Europa bremsen. In Deutschland wird das Bauvolumen in diesem Jahr nach Meinung der Konjunkturforscher weiter um 1,3 % zurückgehen. Mit spürbarem Wachstum rechnen die Experten erst wieder 2004.

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