44. Internationale Funkausstellung
IFA beginnt mit großen Erwartungen

Mit großen Erwartungen der Industrie auf die langersehnte Trendwende beginnt am 29. August die 44. Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin. Mit der weltgrößten Ordermesse für die Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik sollen die Abwärts- Entwicklung gestoppt und teils zweistellige Rückgänge des ersten Halbjahres aufgeholt werden.

HB/dpa BERLIN. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte bei der Eröffnung am Donnerstagabend, er erwarte von der Messe wichtige Impulse für das dringend benötigte Wachstum der Wirtschaft in Deutschland. Er warb für den Ausbau des digitalen Rundfunks. Aufwind wird bei der IFA auch von DVD-Rekordern und flachen Fernsehgeräten erhofft.

Die Vorzeichen für bessere Geschäfte der Branche stehen aus Sicht von Experten nicht schlecht. Die Messe meldet für die sechstägige IFA unter dem Motto "Die Lust am Neuen" mit 1007 Ausstellern aus 37 Ländern eine Rekordbeteiligung. Bei Sony gibt man sich zuversichtlich. "Es ist ein stabiler, leichter Aufwärtstrend abzusehen", sagte Leopold Bonengl, Chef von Sony Deutschland. "Wir werden mit der IFA diesen Schub mitnehmen, und das gilt auch für die gesamte Industrie."

Auch der Loewe-Vorstand und Vorsitzende des Aufsichtsrats des IFA- Veranstalters gfu, Rainer Hecker, erwartet, dass die Neuheiten und Innovationen den Fachhandel und die Konsumenten zum Kauf stimulieren. Der Geschäftsführer der Philips GmbH, Hans-Joachim Kamp, forderte wegen einer starken Konkurrenz durch Billigprodukte eine Stärkung von Marken. "Auch der deutsche Markt braucht für die Güter der Elektronik wieder ein höheres Markenbewusstsein."

Clement sagte, mit den Sozial- und Wirtschaftsreformen sollten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessert werden. Sie dürften daher nicht zerredet werden. Der Minister unterstrich, mit digitaler Technik könnten neue Dienste und Produkte geschaffen werden. Nach dem Start des digitalen Fernsehempfangs über Antenne im Raum Berlin sei ein baldiger Beginn auch in anderen Regionen zu wünschen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Milliardeninvestitionen in den neuen Mobilfunkstandard UMTS auszahlen werden.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, die IFA werde die Konsumbereitschaft auch bei jungen Menschen ankurbeln. Wichtiges Messethema ist die Verschmelzung von Technologien und Branchen. "Die Verbindung von PC und TV ist ein Trend, der sich gerade in den letzten sechs bis neun Monaten entwickelt hat", sagte Jürgen Thiel, Deutschland-Chef des Chipherstellers Intel. Durch die Digitalisierung von Daten, Bildern, Musik und Filmen wachse die PC- Technologie mit den Geräten der Konsumentenelektronik zusammen.

Fernsehen mit dem Laptop oder Taschencomputer soll in den kommenden Jahren zum Alltag werden. Das kündigten ARD und ZDF an. "Wir wollen damit ein Potenzial erschließen, dass den Fernsehsendern bisher noch nicht zugänglich war", sagte ZDF-Produktionsdirektor Albrecht Ziemer. Die technischen Verfahren zur digitalen Übertragung werden zur Zeit erprobt. Europas größer Internet-Service T-Online startet zum IFA-Beginn ein eigenes Musik-Portal im Internet. Unter der Adresse www.musicload.de sollen zunächst 20 000 Titel zum Herunterladen zur Verfügung stehen.

Die Verbraucherzentralen kritisierten den hohen Stromverbrauch selbst bei neuen Geräten. "Es ist unglaublich, dass im 21. Jahrhundert ein Energiesparmodus und eine Abschaltautomatik nicht genauso selbstverständlich sind wie die Fernbedienung."

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