45. Aérosalons von Le Bourget
Flugzeugbauer sehen Anzeichen für Erholung

Top-Manager der beiden großen Flugzeugbauer Airbus und Boeing haben sich am Wochenende auf der Luftfahrtschau in Le Bourget bei Paris zuversichtlich über die Aussichten der Branche geäußert. Sie sagten, sie sähen erste Anzeichen für die Erholung von der Schwäche der Weltwirtschaft, dem Irak-Krieg und der Lungenkrankheit Sars.

Reuters LE BOURGET. Airbus-Chef Noel Forgeard sagte am Sonntag in Le Bourget zu Journalisten: "Wir sind realistisch was die derzeitige wirtschaftliche Lage betrifft, aber wir sind auch optimistisch". Das Unternehmen halte an seinem Ziel fest, in diesem Jahr 300 Flugzeuge auszuliefern und damit erstmals die Stückzahl seines Rivalen Boeing zu übertreffen, der 280 Auslieferungen plant. Der Markt habe sich besser als erwartet entwickelt und Airbus habe seinen Marktanteil ausweiten können.

Der Chef des Zivilflugzeuge-Bereichs von Boeing, Alan Mullaly, hatte bereits am Samstag gesagt, er sehe eine Erholung der Luftfahrtindustrie in diesem Jahr. Diese Erholung werde sich allerdings auf die Flugzeugauslieferungen erst im Jahre 2005 messbar auswirken. Boeing erwägt nach Angaben von Mullaly die Gründung eines separaten Unternehmens für den Bau seines neuen Flugzeugtyps 7E7. Das Flugzeug mit 200 bis 250 Sitzen soll den Plänen nach im Jahr 2008 auf den Markt kommen. Boeing erwarte einen Bedarf von 2500 bis 3000 Flugzeugen dieses Typs.

Während der Luftfahrtschau, die bis zum 22. Juni dauert, erwarten sowohl Airbus als auch Boeing einige Großaufträge. Früheren Informationen zufolge will das in Dubai beheimatete Luftfahrtunternehmen Emirates insgesamt 60 Maschinen bestellen. Dabei sollen sowohl Airbus als auch Boeing zum Zuge kommen. Auch Qatar Airways will von den beiden Produzenten rund 30 Flugzeuge kaufen. Thai Airways und Malaysian Airlines wollen ihre Pläne zum Kauf von Airbus-Großraumflugzeugen auf dem Salon in trockene Tücher bringen.

"Wir werden in diesem Jahr rund 250 Bestellungen haben", sagte Forgeard. Im Januar hatte Airbus die Zahl der Neubestellungen 2003 mit 175 prognostiziert. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres erhielt Airbus aber bereits Aufträge für 156 Flugzeuge. Airbus gehört dem europäischen Luft- und Raumfahrt-Konzern EADS und der britischen BAe Systems.

Die Stimmung auf dem am Sonntag eröffneten Internationalen Luftfahrtsalon ist vom Zwist zwischen den USA und Frankreich wegen des Irak-Krieges getrübt. Hochrangige Vertreter der US-Rüstungsindustrie nehmen am diesjährigen Luftfahrtsalon nicht teil, nachdem das US-Verteidigungsministerium entschieden hatte, seine Präsenz in Le Bourget zu verringern. Branchenkenner in Washington führen die Zurückhaltung auf die transatlantischen Spannungen wegen des Irak-Konflikts zurück, bei dem sich Frankreich offen gegen die USA gestellt hatte.

Die Organisatoren der Luftfahrtschau haben in diesem Jahr die Ausgaben für die Sicherheit verdoppelt. Dennoch wurde bereits am ersten Tag des Salons über Versäumnisse berichtet. Viele Besucher wunderten sich darüber, wie nachlässig ihre Gepäckstücke kontrolliert wurden, obwohl das Sicherheitspersonal laut Anordnung die Taschen aller Besucher beim Eintritt durchsehen und Autos überprüfen sollte. Einige Autos konnten sogar die Kontrollpunkte passieren, ohne angehalten zu werden. Ein Sprecher des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS sagte, er habe sich über die mangelnde Sicherheitskontrolle gewundert.

Der Direktor des Luftfahrtsalons, Jean-Luc Joly, räumte ein, es habe einige Probleme gegeben. Er sei aber zuversichtlich, dass die Sicherheitsmaßnahmen im weiteren Verlauf der Luftfahrtschau voll eingesetzt würden. Das Sicherheitspersonal werde alle Besucher und ihre Autos prüfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%