49 Prozent der Bundesbürger für Metrorapid
Metrorapid wird 1,1 Milliarden Euro teurer

Der geplante Bau der Magnetschwebebahn Metrorapid im Ruhrgebiet und in Bayern soll nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" 1,1 Mrd. ? teurer werden als angenommen. Dies schreibt das Blatt unter Berufung auf eine vertrauliche Einschätzung der Deutschen Bahn. Die Bahn bestätigte die Informationen der Zeitung nicht.

dpa/rtr BERLIN/HAMBURG/DÜSSELDORF. Nach Angaben der Zeitung werden in dem Papier an den Bahn-Vorstand die Kosten für die beiden Projekte auf bis zu 5,9 Mrd. ? angesetzt. Bislang gehen Bund, Bayern und Nordrhein-Westfalen von Kosten bis zu 4,8 Mrd. ? aus.

Der Konzernsprecher der Deutschen Bahn AG, Werner Klingberg, sagte auf Anfrage: "Wir äußern uns offiziell nicht zu den Kosten des Projekts." Das Unternehmen sei an der Finanzierung nicht beteiligt, stehe jedoch als Betreiber zur Verfügung. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums sagte: "Uns ist dieses Papier nicht bekannt, daher können wir keine Stellung dazu nehmen."

Der "BamS" zufolge rechnet die Bahn im Ruhrgebiet mit finanziellen Verlusten. Die Erlöse aus dem Fahrgeld würden danach pro Jahr etwa 27 Mill. ? betragen, Bund und Land gingen bisher vom Doppelten aus und sagten einen Jahresgewinn von vier Mill. ? voraus. Außerdem rechne die Bahn damit, dass die Magnetschwebebahn frühestens 2009 und nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Betrieb genommen werde.

Der Metrorapid in Nordrhein-Westfalen soll nach dem Finanzierungskonzept von Finanzminister Axel Horstmann (SPD) rund 3,2 Mrd. ? kosten. Offen bleiben in dem Konzept die Finanzierung und die Bedingungen eines notwendigen Kredits von 679 Mill. ?. Horstmann hatte am Dienstag erklärt, er wisse, dass es noch offene Fragen gebe. Diese müssten im Zuge der Umsetzung des Projekts geklärt werden. Das Herstellerkonsortium aus Thyssen-Krupp und Siemens ist bereit, sich mit 200 Mill. ? an den Kosten zu beteiligen. Horstmanns Finanzierungskonzept ist in der rot-grünen Koalition in Düsseldorf umstritten.

Einer Umfrage zufolge hält etwa die Hälfte der Bundesbürger (49 %) die Magnetschwebebahn Metrorapid als zusätzliches Nahverkehrsmittel für geeignet. 38 % sind der gegenteiligen Ansicht, wie eine Umfrage des polis-Instituts im Auftrag der dpa ergab. 74 % der Befragten sehen die Nahverkehrs-Variante des Transrapids als umweltfreundlich an. 55 % meinen jedoch, die Schnellbahn sei "einfach zu teuer".

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