4 000 Stellen in Großbritannien fallen weg
Corus-Gruppe trennt sich vom Aluminium

Der deutsche Aluminiummarkt steht vor einer Neuordnung. Der britische Stahlkonzern Corus Group Plc teilte in London mit, dass er seine gesamte Aluminiumsparte mit einem Umsatz von 762 Mill. Euro und einer Jahreskapazität von 244 000 Tonnen verkaufen werde.

and LONDON. "Davon ist besonders Deutschland betroffen", sagte ein Corus-Sprecher. Hier zu Lande arbeitet fast jeder zweite der 6 000 Beschäftigten der Aluminiumsparte. Insgesamt setzte Corus im abgelaufenen Jahr in Deutschland 1,5 Mrd. Euro um.

Der französische Konkurrent Pechiney hat bereits Interesse bekundet, den deutschen Standort in Voerde sowie die Aluminium-Schmelzen in den Niederlanden und Kanada von Corus zu übernehmen. Der Kaufpreis für die Sparte wird auf rund eine Milliarde Pfund Sterling (1,62 Mrd. Euro) geschätzt. Zu den möglichen Interessenten zählen auch die Stahlkonzerne Alcan und Alcoa. Wer den Zuschlag bekommt, soll noch in diesem Jahr entschieden werden.

Der britische Konzern kündigte weiter an, in den kommenden zwei Jahren 4 000 seiner weltweit 52 000 Arbeitsplätze zu streichen. Betroffen sind überwiegend Standorte in Großbritannien.

Corus war 1999 aus der Fusion von British Steel und der holländischen Hoogovens-Gruppe entstanden. Der fünftgrößte Stahlkonzern der Welt leidet wie die gesamte Branche unter fallenden Preisen sowie unter den angekündigten US-Strafzöllen. Ein Corus-Sprecher bestätigte, dass der Konzern über seine US-Kunden und mit Hilfe der britischen Regierung Druck auf die Regierung in Washington ausüben will. Ziel sei es, dass Corus von den Strafzöllen befreit werde.

Die Briten argumentieren, dass hochwertiger Stahl, wie sie ihn herstellen, in Amerika gar nicht produziert werde. Corus sei also kein Konkurrent der US-Stahlfirmen, erklärte ein Sprecher. "Wir sind für unsere Kunden in der amerikanischen Auto- und Luftfahrtindustrie sehr wichtig", fügte er hinzu. Firmen wie Boeing und General Motors sollen darum gegen die Entscheidung von George W. Bush Sturm laufen. Auch die britische Wirtschaftsministerin Patricia Hewitt fordert eine "Lex Corus".

Der Konzern fürchtet durch die US-Strafzölle einen verschärften Wettbewerb durch Billigstahl aus Russland und der Türkei. Der bisher für die USA gefertigte Stahl dürfte nun auf den europäischen Markt kommen. Die USA hatte auf Druck der heimischen Branche Schutzzölle auf Stahleinfuhren von bis zu 30 % beschlossen. Heute diskutiert die EU in Brüssel Gegenmaßnahmen.

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