4 700 Stellen sollen gestrichen werden
Karstadt-Quelle-Mitarbeiter protestieren gegen Stellenabbau

Reuters ESSEN. Mitarbeiter des Karstadt-Quelle-Konzerns wollen nach Gewerkschaftsangaben am Montag erneut gegen den geplanten Abbau von 4 700 Stellen bei Europas größtem Warenhaus- und Versandhandelskonzern protestieren. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung hervorgeht, befürchten die Gewerkschaften HBV und DAG, dass wegen des hohen Anteils an Teilzeitkräften erheblich mehr Mitarbeiter von den Stellenstreichungen betroffen sein könnten. Ein weitergehender Personalabbau verstoße gegen den Anspruch, Kundenberatung und Service auszubauen. Ein Konzern-Sprecher wollte sich zu den Protestaktionen nicht äußern. Er verwies auf weitere Gespräche zwischen Betriebsräten und Vorstand in den kommenden Wochen.

Ursprünglich wollte Karstadt-Quelle 7 000 Vollzeitstellen streichen. Nach wachsendem Widerstand gegen diese Pläne einigten sich Vorstand und Arbeitnehmervertreter auf die Streichung von 4 700 Stellen noch in diesem Jahr. Nach Einschätzung der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) und Deutsche Angestellten Gewerkschaft seien durch diese Pläne aber mehr als 4 700 Arbeitsplätze bedroht. Der Teilzeitanteil im Konzern liege bei etwa 40 %. Leere Verkaufsetagen und nicht besetzte Kassen, die zwangsläufig die Folge der Vorstandspläne wären, hätten mit Kundenorientierung überhaupt nicht zu tun, kritisierte die HBV. Zudem sei Sozialpartnerschaft immer eine Grundlage der Zusammenarbeit von Arbeitnehmern und Konzernleitung gewesen. "Durch die geplante Vernichtung von Arbeitsplätzen kündigt der Karstadt-Vorstand diese Partnerschaft", erklärte HBV-Sekretärin Liselotte Hinz.

Karstadt-Quelle-Chef Wolfgang Urban hatte bereits vergangenen November angekündigt, das Ergebnis bis 2003 verdreifachen zu wollen. Neben den Stellenstreichungen sei auch die Halbierung der Lagerflächen geplant. Pläne über die Zukunft kleinerer Warenhäuser werde der Konzern im Frühjahr vorlegen. Analysten hatten die Rationalisierungen zur Stärkung der Ertragskraft und zur besseren Ausnutzung von Synergien nach der vor zwei Jahren erfolgten Fusion von Karstadt und Quelle als notwendig bezeichnet.

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