50-km-Goldmedaille könnten dem Bayer aberkannt werden
Mühlegg unter akutem Dopingverdacht

Der dreimalige Langlauf-Olympiasieger Johann Mühlegg steht unter dringendem Dopingverdacht. Der Wahl- Spanier ist nach einer Mitteilung des spanischen Sportministeriums vom Samstag (Ortszeit) am vergangenen Donnerstag bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle positiv getestet worden.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Damit droht ihm die Aberkennung seiner am Samstag gewonnen Goldmedaille über 50 km. Die zuvor erkämpften Olympiasiege über 30 km Freistil und im Verfolgungsrennen sind nach den Regeln nicht gefährdet.

Bei der Analyse der Mühlegg-Probe fanden die Kontrolleure das Blut-Dopingmittel Darbopoetin. Es ist davon auszugehen, dass sich die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) als Sanktionsorgan am Abschlusstag der Winterspiele mit dem Fall des Allgäuers beschäftigen wird. Bereits am Samstagabend wurde Mühlegg durch die Medizinische Kommission des IOC angehört.

Der 31-jährige Bayer startet seit Ende 1999 für Spanien, nachdem er sich im Unfrieden vom Deutschen Skiverband (DSV) getrennt hatte. Nach der so genannten "Geister-Affäre" bei der WM 1997 war Mühlegg aus der deutschen Nationalmannschaft ausgeschlossen worden. Experten hatten schon seit längerem Zweifel an der Leistungskraft Mühleggs geäußert. Er gilt als der kraftvollste Langläufer weltweit.

Vor seinem Olympiasieg über 50 km hatte es bei Mühlegg bereits Irritationen um die obligatorische Blutkontrolle gegeben. Der Weltmeister hatte nach dem Rennen zugegeben, dass die erste Probe leicht über dem Grenzwert von 17,5 lag. Erst nach einer zweiten Probe hatte er Grünes Licht für einen Start bekommen. Mühlegg begründete das erhöhte Ergebnis mit einer Spezial-Diät.

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