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50 Tote bei neuer Gewalt im Irak

Bei einer Welle der Gewalt sind am Samstag im Irak etwa 50 Menschen ums Leben gekommen. In der nordirakischen Stadt tötete ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe vor einer Polizeiakademie allein mindestens 21 Menschen.

dpa KIRKUK. Bei einer Welle der Gewalt sind am Samstag im Irak etwa 50 Menschen ums Leben gekommen. In der nordirakischen Stadt tötete ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe vor einer Polizeiakademie allein mindestens 21 Menschen.

Der Angreifer habe den Sprengsatz gezündet, als die Polizeischüler das Gebäude verließen, berichteten Augenzeugen. Zugleich starben 13 Iraker bei Angriffen des US-Militärs auf Rebellen im Norden des Landes. Südlich von Bagdad seien zwölf irakische Polizisten bei einem Großeinsatz gegen bewaffnete Gruppen umgekommen, berichtete der Nachrichtensender El Arabija.

Die Situation zweier im Irak entführter Franzosen, die offenbar in Falludscha festsitzen, war weiter unklar. In der Widerstandshochburg wurden bei neuen Kämpfen zwei Iraker getötet und mehrere verletzt, teilte ein Krankenhaus mit. Augenzeugen berichteten, amerikanische Panzer und Kampfhubschrauber seien im Einsatz. Unterhändler hatten erklärt, die Entführer der beiden Franzosen forderten freie Fahrt nach Bagdad, um die Reporter Christian Chesnot und Georges Malbrunot zu übergeben. Unterdessen wurde im Irak erneut ein türkischer Lastwagenfahrer verschleppt.

Bei dem Selbstmordanschlag in Kirkuk wurden nach Berichten des Sender El Dschasira auch mindestens 36 Menschen verletzt. Der Attentäter habe seinen mit 500 Kilogramm Sprengstoff beladenen Wagen durch mehrere Kontrollpunkte vor den Eingang der Polizeiakademie steuern können. Irakische Widerstandsgruppen haben mehrfach die neuen Polizeitruppen angegriffen. Die Aufständischen werfen den Polizisten vor, im Dienste der Amerikaner zu stehen.

Die US-Truppen im Irak gingen an mehreren Krisenherden gegen den militanten irakischen Widerstand vor. Ein Angreifer wurde bei Mossul getötet. Ein bei den Kämpfen eingesetzter US-Hubschrauber musste nahe der Kleinstadt Talafar notlanden. Bei den Kämpfen dort zwischen Aufständischen und US-Soldaten habe es neben den 13 Toten auch mehr als 50 Verletzte gegeben, berichtete El Dschasira. Unter den Opfern seien viele Frauen und Kinder, die bei US-Luftangriffen auf Talafar durch Bombensplitter verletzt worden seien.

Das US-Militär teilte in Bagdad mit, der Einsatz in Talafar sei begonnen worden, um Mitglieder einer Terrorzelle zu fangen oder zu töten. Die Soldaten seien in Kämpfe verwickelt worden und hätten Luftunterstützung erhalten. Talafar sei ein Schutzhafen für Terroristen, die aus Syrien in den Irak einsickerten.

Aufständische verübten im Süd-Irak einen Anschlag auf das Leitungsnetz der Ölindustrie. Sicherheitskräfte sagten, die Angreifer hätten westlich der Stadt Kurna eine Pipeline beschädigt und das auslaufende Öl angesteckt. In dem Gebiet um die Stadt Basra haben irakische Widerstandsgruppen mehrfach das Leitungsnetz der irakischen Ölindustrie attackiert, um den Export zu behindern.

Nach vergeblichen Bemühungen in Bagdad um eine Freilassung der verschleppten Journalisten kehrte unterdessen eine Delegation der französischen Muslimverbände am Samstag nach Paris zurück. Der französische Innenminister Dominique de Villepin empfing die aus Amman anreisende Delegation auf dem Flughafen. "Alle Anzeichen nähren die Hoffnung auf eine baldige Freilassung, aber man muss große Vorsicht walten lassen", sagte er.

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