5000 Dollar Strafe für ungebührliches Verhalten
Lobinger muss für Striptease zahlen

Der Sieg in im Stade Louis II von Monaco wird Stabhochspringer Tim Lobinger länger in Erinnerung bleiben. Für sein entblößtes Hinterteil muss er 5000 Dollar Strafe zahlen. Zusätzlich kündigte auch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) schon Konsequenzen an.

HB MONTE CARLO. "Wir werden ihn für sein ungebührliches Verhalten mit 5000 Dollar Strafe belegen", erklärte Nick Davies, der Sprecher des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, am Montag auf dpa-Anfrage. Auch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) kündigte schon Konsequenzen an. "So ein Verhalten ist nicht akzeptabel und überhaupt nicht lustig. Wir werden Tim deutlich machen, dass so etwas nicht toleriert werden kann", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop.

Laut IAAF-Sprecher Davies sollen Lobinger die 5000 Dollar gleich von seiner Siegprämie beim Weltfinale in Monte Carlo (30 000 Dollar) abgezogen werden. Der WM-Fünfte hatte am Samstag beim "World Athletics Final" nach seinem Siegsprung über 5,91 m sein Hinterteil entblößt und vor den fast 10 000 Zuschauern, unter ihnen Monacos Prinz Albert, eine kleine "Ehrenrunde" gedreht. Zunächst hatte der Hallenweltmeister dafür nur eine Verwarnung von einer IAAF-Offiziellen erhalten und später gesagt: "Ich bereue es nicht."

Prokop will zunächst die IAAF-Mitteilung abwarten und dann über Maßnahmen des DLV befinden. "Wir kennen ja Tims Show-Qualitäten. Aber bei aller Anspannung eines so wichtigen Wettkampfes: Das gehört sich nicht - das ist ein grob unsportliches Verhalten", bekräftigte der DLV-Chef.

"Sowas darf nicht ohne Konsequenzen bleiben"

Auch sein Vorgänger Helmut Digel war ungehalten. "Das ist absolut unfair, da muss der DLV reagieren. So etwas darf nicht ohne Konsequenzen bleiben", forderte der frühere DLV-Chef und jetzige Vizepräsident der IAAF. Verständnis dürfe man für solche Eskapaden überhaupt nicht haben, betonte Digel, schränkte aber ein: "Es hängt sicher auch davon ab, ob sich Tim Lobinger dafür entschuldigt."

Damit ist indes nicht zu rechnen. Der 31-Jährige vom ASV Köln, für den die Freiluftsaison nach dem höchsten Sprung des Jahres beendet ist, hatte seine geschmacklose Nummer schon eine Stunde später noch im Stadion verteidigt. Es sei Freude und Frust im Spiel gewesen, aber sicher auch ein spontaner "Protest" dagegen, "dass die neuen Regeln für uns nicht so gut sind". Spontan? Das modifizierte technische Reglement - kürzere Vorbereitungszeiten und um 20 Millimeter kürzere Latten-Aufleger - ist seit dem 1. Januar in Kraft.

Deutschlands bester Stabhochspringer wird die Kürzung seiner zweithöchsten Siegprämie in diesem Jahr - als Hallenweltmeister kassierte Lobinger 40 000 Dollar - indes verschmerzen können. "Ich hab' so eine dicke Haut, ich vertrage so viel Kritik", versicherte der deutsche Meister, für den jetzt schon die Vorbereitung auf Olympia 2004 in Athen beginnt: "Die Zeit tickt."

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