5000 Feuerwehrleute kämpfen vergeblich
Behörden wegen Moskauer Waldbränden in Kritik

Ein Großaufgebot von 5000 russischen Feuerwehrleuten und Helfern hat die verheerenden Waldbrände um Moskau am Freitag nicht unter Kontrolle bringen können. Aus nahezu allen Gebieten im Westen Russlands wurden Brände gemeldet, während die Zehn-Millionen-Metropole erneut unter Smog litt.

dpa/HB MOSKAU. Die Behörden verstärkten nach heftiger öffentlicher Kritik den Kampf gegen die Feuer. Allein im Gebiet Moskau brannten Wälder und Torffelder am Freitag noch an 189 Stellen, teilte das Ministerium für Zivilschutz mit. Seit dem Vortag sei es nur gelungen, drei Feuer im Landkreis Balaschicha zu löschen. Ein Frachtflugzeug Il-76, das 42 Tonnen Wasser tragen kann, flog Löschangriffe gegen ein großes Torffeuer im Kreis Schatura. In den Gebieten Smolensk westlich von Moskau und Belgorod im Süden standen etwa 2000 Hektar Wald in Flammen.

"Schuld an den Bränden ist nicht so sehr das Wetter wie die Unprofessionalität der Behörden und der Leute, die für die Brandbekämpfung zuständig sind", kritisierte der stellvertretende Zivilschutzminister Juri Worobjow bei einer Krisensitzung in Moskau. "Löschwasserteiche erwiesen sich als leer, Feuerschutzschneisen wurden nicht angelegt." Ministerpräsident Michail Kasjanow ordnete am Donnerstagabend an, auch 1500 Soldaten und 300 Polizisten zum Kampf gegen die Brände abzukommandieren.

Die Konzentration von Kohlenmonoxid in der Moskauer Luft sank am Freitag auf das 1,4fache des Grenzwertes. Die Einwohner der Zehn- Millionen-Metropole atmeten etwas leichter, nachdem in der Nacht einige Regentropfen gefallen waren. Starker Regen war weiterhin nicht in Sicht.

Die Moskauer Presse kritisierte Oberbürgermeister Juri Luschkow, der am vergangenen Wochenende Regenwolken über der Stadt hatte künstlich vertreiben lassen. Mit der etwa 8 Millionen Rubel (258 000 Euro) teuren Aktion sollte verhindert werden, dass Niederschläge das alljährliche Stadtfest stören. Der Regen hätte den Smog mildern können.

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