50000 Vietnamesen auf der Flucht
Überschwemmungen in China befürchtet

Rund zehn Millionen Menschen um den Dongting-See in Zentralchina, der als Überlaufbecken für den Jangtse-Strom dient, sind von neuen Überschwemmungen bedroht.

HB/dpa PEKING. An dem zweitgrößten Süßwassersee Chinas in der Provinz Hunan seien Tausende von Menschen mobilisiert worden, um die Deiche zu bewachen und notfalls einzugreifen, berichtete am Dienstag die Tageszeitung "China Daily". Tausende Kilometer Deich seien aufgeweicht. Die Notdienste stünden in Alarmbereitschaft.

Zehn Tage Regen haben den Jangtse-Strom auch in der tief liegenden Metropole Wuhan um einen Meter über die Hochwassermarke steigen lassen. Das Wasser schwelle am oberen und mittleren Lauf des Stromes weiter an, berichteten chinesische Zeitungen. Auch werden weitere Regenfälle erwartet. Der Dongting-See hat bereits die kritische Hochwassermarke von 32 Meter überschritten. Es wurde erwartet, dass am Donnerstag 33,5 Meter erreicht werden.

Bei der Flutkatastrophe vor vier Jahren, die mehr als 4000 Menschen das Leben gekostet hatte, waren die Deiche am Dongting-See und am Jangtse gebrochen. In diesem Jahr sind bei den sommerlichen Unwettern in China landesweit bereits mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. Experten vergleichen die Hochwasserlage vielerorts schon mit der Katastrophe von 1998. In der Südprovinz Yunnan kamen bei Überschwemmungen und Erdrutschen 55 Menschen ums Leben.

Wegen des steigenden Wasserpegels wurden auch in der Provinz Hubei 24-stündige Deichwachen entlang des Jangtse angeordnet, berichteten Zeitungen von einem Krisentreffen. In Hangzou in der Ostprovinz Zhejiang kamen bei Überschwemmungen 21 Menschen ums Leben, 8 wurden vermisst. In Jiangxi wurde die wichtige Eisenbahnverbindung zwischen Peking und Hongkong unterspült. Züge wurden umgeleitet.

50 000 Menschen in Hanoi auf der Flucht

In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi sind bis zu 50 000 Menschen auf der Flucht vor Überschwemmungen. Im Norden der Stadt sei der Rote Fluss über die Ufer getreten und habe tausende Häuser unter Wasser gesetzt, hieß es am Dienstag von der Polizei. Die Bewohner von mehr als 14 000 Haushalten seien aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. Mehrere Hauptverkehrsstraßen seien bereits unpassierbar. Die Behörden sind besorgt über die hygienische Situation und die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser.

Obwohl es nicht mehr als üblich zu dieser Jahreszeit in Hanoi geregnet habe, sei der Rote Fluss wegen der Überschwemmungen im Nachbarland China dramatisch angeschwollen, sagte ein Polizeisprecher. Überflutungen und Erdrutsche haben im Norden und in der Mitte Vietnams bislang mindestens 29 Menschenleben gefordert. Die Behörden rechnen auch für die nächsten Tage mit weiterem Regen.

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