52. Frankfurter Buchmesse vom 18. bis 23. Oktober
Polen zu Gast in Frankfurt

Der polnische Buchmarkt steht im Zeichen von Konsolidierung und Internationalisierung. Aus Polen sind neben zwei Literaturnobelpreisträgern eine Reihe junger, unbekannter Autoren zu Gast.

HB/fgh FRANKFURT. ©Poland: Unter diesem Titel steht der Auftritt des Gastlandes Polen. Vielfältig und facettenreich wird das Nachbarland nicht nur unter dem literarischen Aspekt den Besuchern präsentiert. Polnische Galerien, Buchkunst und Bibliotheken komplettieren zusammen mit dem Veranstaltungsprogramm den Auftritt.

Die internationale Buchausstellung "Books on Poland" ist die Plattform für Verlage aus der ganzen Welt, die hier polnische Literatur in Übersetzung und Bücher über polnische Kultur, Wirtschaft, Geschichte und Politik zeigen. Zusätzlich zum spannenden Literaturprogramm, das nicht nur auf dem Messegelände, sondern auch in und um die Frankfurter Kulturszene herum stattfinden wird, zeigen drei Kunstausstellungen polnisches Kulturschaffen. "Die vier Jahreszeiten - polnische Landschaftsmalerei von der Aufklärung bis heute" ist bereits seit dem 6. Oktober in der Schirn Kunsthalle zu sehen. Das jüdische Museum zeigt "Emanuel Ringelblum und das Untergrundarchiv des Warschauer Gettos" (bis 21. Januar 2001). Im deutschen Filmmuseum läuft eine Reihe mit polnischen Filmen und das Highlight des Musikprogramms wird für Freunde der klassischen Musik das Gala-Konzert des Amadeus-Orchesters in der Alten Oper sein.

Junge Entdeckungen und etablierte Preisträger

Mehr als fünfzig Schriftsteller werden in Frankfurt erwartet, darunter die beiden polnischen Literaturnobelpreisträger Czeslaw Milosz und Wislawa Szymborska. Ebenso haben prominente Schriftsteller wie Tadeusz Rozewicz, Stanislaw Lem, Slawomir Mrozek, Ryszard Kapuscinski und Hanna Kral ihr Kommen zugesagt. "Der ganze Kanon der klassischen Moderne wird anwesend sein", sagte vor dem Messestart der für das literarische Programm verantwortliche Leiter der Villa Decius in Krakau, Albrecht Lempp.

Zahlreiche Lesungen und Diskussionen

Aber auch eine Reihe junger, noch kaum bekannter Autoren wie Marek Bienczyk, Antoni Libera oder Jerzy Pilch wird es zu entdecken geben. Allein in deutschsprachigen Verlagen erscheinen im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse - unterstützt durch einen eigens eingerichteten Literaturfonds - rund 100 Übersetzungen aus dem Polnischen. Stände zahlreicher polnischer Verlage und eine Ausstellung "Kultur im Spiegel des Buches" werden auf der Buchmesse in Halle 3.0 das Zentrum aller Aktivitäten bilden. Die Präsentation soll die verschiedenen polnischen Regionen und Landschaften und die kulturellen Zentren Warschau, Breslau, Stettin, Krakau und Posen beleuchten.

Auf der Messe wird ein literarisches Café eingerichtet, aber auch in und um Frankfurt werden zahlreiche Lesungen und Diskussionen zur polnischen Literatur und Kultur so wie ein reichhaltiges Ausstellungs-, Film- und Konzertprogramm stattfinden. Insgesamt steht für den Auftritt Polens ein Budget von rund 5 Mill. DM zur Verfügung.

Am polnischen Buchmarkt fand in den vergangenen Jahren eine umfassende Konsolidierung und Internationalisierung statt, was sich in rund 500 Übersetzungen pro Jahr allein aus dem Deutschen niederschlägt. Deutsche Verlage verkauften in den letzten Jahren mehr Rechte und Lizenzen nach Polen als in jedes andere Land.

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