520 Mill. Euro jährlich
EU-Beitrittsländer bekommen Finanzspritze für Agrarsektor

dpa-afx BRÜSSEL. Die mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittskandidaten bekommen voraussichtlich bereits ab diesem Jahr Landwirtschaftsbeihilfen in Höhe von 520 Mill. Euro aus Brüssel. Diese Summe stehe jährlich für den Zeitraum 2000 bis 2006 bereit, sagte EU-Agrarkommissar Franz Fischler am Dienstag bei einem Treffen mit den zehn Landwirtschaftsministern aus dieser Region in Brüssel.

"Die EU-Kommission sieht sich hier als Motor, der auf vollen Touren läuft", sagte Fischler. Auf der Zielgeraden vor dem Beitritt hätten die Bewerberländer noch enorme Strukturschwächen im Agrarsektor zu beseitigen. Die Finanzmittel stammen aus dem Programm "Sapard" der Europäischen Union, mit dem der Beitritt der Kandidaten aus Mittel- und Osteuropa in den Bereichen Landwirtschaft, Entwicklung des ländlichen Raums und Fischerei vorbereitet werden soll.

Polen bekommt nach Kommissionsangaben den Löwenanteil mit jährlich 168,7 Mill. Euro, Rumänien steht an zweiter Stelle mit 150,6 Mill. Euro. Die übrigen Sapard-Mittel entfallen auf Bulgarien, Tschechien, Estland, Ungarn, Litauen, Lettland, Slowenien und die Slowakische Republik. Die eigentlichen Beitrittsverhandlungen für den Agrarbereich sollen am 14. Juni beginnen.

Fischler unterstrich, dass die Mittel auf die vorrangigen Prioritäten der Beitrittsvorbereitung konzentriert werden müssten. Dazu zähle die Vorbereitung der Land- und Ernährungswirtschaft auf die Gesundheits-, Hygiene- und Qualitätsstandards der EU. Außerdem müsse den ländlichen Gebieten bei der Erhöhung ihres Wirtschaftswachstums geholfen werden, um dort Arbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten.

"Das Geld werden die Kandidatenländer selbst verteilen", sagte Fischler weiter. Er rief die Minister der Kandidatenländer auf, zügig die technischen und personellen Mittel für die Durchführungs- und Zahlstellen des Sapard-Programms vor Ort bereitzustellen. Denn die von den Ländern vorgeschlagenen Projekte könnten erst dann ausgewählt und die EU-Mittel dafür ausgezahlt werden, wenn die Kommission diese Stellen billigt.

Der polnische Landwirtschaftsminister Artur Balazs räumte für sein Land Verzug bei der Vorbereitung für das Sapard-Programm ein, betonte jedoch dessen große Bedeutung. Würden die Mittel nicht mehr in diesem Jahr fließen, gebe es "Komplikationen", weil Investitionen im Vorgriff auf Sapard bereits getätigt worden seien. Auch in Rumänien sei die Erwartungshaltung sehr hoch, sagte Agrarminister Ioan Avram Muresan. Besonders müssten die großen Mängel bei der Infrastruktur beseitigt werden.

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