55 Prozent des Verlags nun im Besitz von Friede Springer
Friede Springer erhält absolute Mehrheit

Nach dem Erwerb des 40-prozentigen Springer- Pakets des Filmhändlers Leo Kirch durch die Bank am Dienstag verkaufte das Geldinstitut am Mittwoch 10,4 % der Verlagsanteile an die Verlegerin weiter. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte ein Sprecher der Bank.

HB/dpa BERLIN/FRANKFURT/MAIN. Damit besitzt Friede Springer nun direkt und indirekt 55 % aller Verlagsanteile. Insgesamt seien 60 % der Konzeraktien in Händen von Mitgliedern der Familie Springer, sagte Verlagssprecherin Edda Fels. Gleichzeitig bestätigte sie die Fortsetzung der Fusionsgespräche mit dem Schweizer Medienhaus Ringier, für das nun 29,6 % der verbleibenden Anteile in Frage kommen. Ringier sei von Anfang an über das Interesse von Frau Springer an Teilen des Kirch-Pakets informiert gewesen.

Die Deutsche Bank hatte das 40-prozentige Paket des Medienunternehmers Kirch für 667,3 Mill. Euro am Dienstag bei einer Versteigerung erworben. Die Auktion fand in ihrem Auftrag statt. Das Paket diente dem Kreditinstitut als Sicherheit für einen Kredit in Höhe von 735 Mill. Euro an Kirch, der das Darlehen nicht zurückzahlte. Das Geldinstitut hatte die Aktien selbst ersteigert, da der Medienunternehmer nun die Suche nach neuen Käufern nicht mehr mit juristischen Einwänden erschweren kann. Die nach dem Verkauf an Friede Springer verbliebenen 29,6 % will die Bank weiterverkaufen oder an der Börse platzieren.

Über die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik halten Friede Springer sowie die Springer-Enkel Axel Sven Springer und dessen Schwester Ariane 50 % plus zehn Aktien am Zeitungs- und Zeitschriftenimperium. Zwar hat innerhalb der Aktionärsgesellschaft Friede Springer mit 90 % eindeutig die Übermacht. Doch fechten Enkel von Axel Cäsar Springer vor Gericht das Testament des Verlagsgründers an und wollen einen größeren Anteil am Aktienkuchen - zum Nachteil der Verlegerin. Mit dem Erwerb des neuen Pakets ist Friede Springer nach Einschätzung von Beobachtern als Hauptaktionärin in Europas größten Zeitungshaus wieder unumstritten.

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