550 Millionen Mark Umsatzeinbuße durch Zwangspfand erwartet
Duales System erzielt mehr Umsatz und senkt Kosten

Das Duale System Deutschland (DSD) befürchtet Umsatzeinbußen von 550 Mill. DM falls in Deutschland ein Zwangspfand auf Getränkedosen und Einwegflaschen eingeführt wird.

ap KöLN. Da die Entsorgungskosten nicht im gleichen Maß sinken würden, habe der Recycling-Konzern mit dem Grünen Punkt eine Rückstellung von 180 Mill. DM in die Bilanz für das Jahr 2000 aufgenommen, sagte Vorstandschef Wolfram Brück am Dienstagabend in Köln.

Brück und DSD-Aufsichtsratschef Karl-Josef Baum, zugleich Generalbevollmächtigter des Handelsriesen Metro, appellierten erneut an die Politiker, auf die Einführung des Dosenpfands zu verzichten. Erwartete Investitionskosten von vier Mrd. DM in das neue Pfandsystem stellten für kleine und mittelständische Geschäfte eine Bedrohung dar, erklärte Baum. Viele Händler würden dann Mehrwegprodukte aus dem Sortiment nehmen. Baum bezweifelte zudem, dass das Zwangspfand juristisch zulässig sei.

Baum wies außerdem darauf hin, dass die ökologische Bewertung der immer häufiger statt Glas verwendeten Kunstoffflaschen (PET) durch das Umweltbundesamt frühestens zum Jahresende vorliegen werde. Das DSD verwies auf eine Studie, nach der PET-Verpackungen aus ökologischer Sicht mit Mehrwegverpackungen durchaus mithalten könnten.

Baum bekräftigte das Angebot des Handels, bei einem Verzicht der Bundesregierung auf das Zwangspfand jährlich 250 Mill. DM an die Gemeinden zu zahlen, damit diese Müll aus der Landschaft sammeln lassen können. Ferner sollten mindestens 90 % aller Getränkeverpackungen wieder befüllt oder verwertet werden. Das DSD legte erstmals eine Ressourcenbilanz vor, wonach durch die Verwertung von Kunststoffverpackungen allein im Jahr 2000 Energie im volkswirtschaftlichen Wert von 523 Mill. DM gespart worden sei.

Der "Grüne Punkt" erzielte im Jahr 2000 laut Brück trotz gesenkter Lizenzgebühren wider Erwarten einen Umsatzzuwachs von 62 Mill. DM oder rund 1,6 % auf knapp vier Mrd. DM und einen Jahresüberschuss von 33,5 Mill. DM. Gründe seien um 1,4 % auf 3,5 Mrd. DM gesunkene Kosten unter anderem durch Mehreinnahmen von 100 Mill. DM durch die Verlagerung des Verpackungsaufkommens von Glas auf PET, bessere Entsorgungstechnik und die Werbung von fast 1 600 Neukunden.

Insgesamt hätten im Jahr 2000 mehr als 19 100 Lizenznehmer für den Grünen Punkt bezahlt. Brück stellte wegen dieser günstigen Entwicklung eine Rückerstattung von Lizenzgebühren im Umfang von 200 Mill. DM in Aussicht. Entschieden werden solle darüber im September.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%