57-Jähriger mit Kopfschuss getötet
ETA soll baskischen Politiker ermordet haben

Vermutlich hat die baskische Untergrundorganisation ETA im spanischen Baskenland wieder einen Anschlag auf einen Kommunalpolitiker der regierenden konservativen Volkspartei verübt.

ap MADRID. Der 57-jährige Jesus Maria Pedrosa wurde in der Ortschaft Durango in der Provinz Vizcaya mit einem Kopfschuss getötet. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Die Polizei durchkämmte die Gegend um den Tatort. Nach einem Bericht des Fernsehsenders TVE sah ein Augenzeuge einen Mann vom Tatort fliehen. Alles deute auf die ETA hin, verlautete aus Polizeikreisen.

Der Kommunalpolitiker soll in jüngster Zeit mehrere Todesdrohungen erhalten haben. Er war einer von vier Gemeinderäten in Durango. Der Sprecher der oppositionellen Sozialistischen Partei, Maximo Dia Cano, verurteilte das Attentat in einer ersten Reaktion. "Mir fehlen die Worte, um meinen Zorn auszudrücken", sagte er. "Dies muss ein Ende haben. Die Mörder müssen sehen, dass wir vereint zusammenstehen." Der spanische Innenminister Jaime Mayor Oreja eilte noch am Sonntag nach Durango, um die Ermittlungen zu leiten. Parteien und Menschenrechtsorganisationen riefen für Montagabend zu Demonstrationen gegen die Gewalt auf.

Der Kampf der ETA für ein unabhängiges Baskenland hat seit 1968 fast 800 Menschenleben gefordert. Seit dem im Dezember verkündeten Ende eines 18-monatigen Waffenstillstands werden der ETA fünf politische Morde zur Last gelegt. Zuletzt war Anfang Mai ein prominenter Zeitungskommentator in seiner Heimatstadt Andoain im Baskenland erschossen worden.

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