5 597 Zähler
Dax beendet volatilen Handelstag im Plus

Die deutschen Aktienwerte haben nach einem stark schwankenden und richtungslosen Handelsverlauf am Mittwoch mit Kursgewinnen geschlossen, was Börsianer mit einer zunächst festeren Tendenz der US-Börsen begründeten.

Reuters FRANKFURT. "An den Märkten herrscht immer noch große Unsicherheit über die Lage der US-Konjunktur", sagte Jason Forde, Fondsmanager bei Maintrust. "Der Handel wird auch weiterhin volatil bleiben, solange die Investoren nicht wissen, ob sie kaufen oder verkaufen sollen". Man warte auf Signale, die die Richtung weisen, und das könnten weitere Gewinnwarnungen, Anzeichen einer Verbesserung der konjunkturellen Lage oder der Verlauf der US-Börsen sein, fügte Forde hinzu.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) beendete den Handelstag mit einem Plus von 0,8 % bei 5 597 Zählern, nachdem er im Handelsverlauf bereits deutliche Verluste verzeichnet hatte. Die Stimmung bleibt nach Angaben von Marktteilnehmern aber weiterhin sehr angeschlagen. "Die Wirtschaft boomt nicht mehr so, Wachstumsprognosen werden nach unten revidiert, sogar die Ausblicke der Unternehmen sind nicht mehr positiv", sagte ein Börsianer. Zudem sitze der Schock darüber, wie die Aktienmärkte in das zweite Quartal gestartet seien, bei den Anlegern tief, sagte Forde mit Blick auf die Kursverluste der vergangenen Tage. "Man scheint auch das Vertrauen verloren zu haben, dass die Märkte nach rationalen Maßstäben funktionieren. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen soliden und angeschlagenen Unternehmen, man verkauft einfach alles."

Am deutschen Aktienmarkt führten die Technologietitel nach anfänglichen Verlusten die Gewinnerliste an, was Händler unter anderem mit der festeren Tendenz an der Nasdaq vom Nachmittag erklärtem. Die Titel von SAP verbuchten ein Kursplus von 6,4 % auf 117 Euro. "Die Aktie ist in letzter Zeit stark unter Druck geraten, und die Verluste werden heute etwas ausgebügelt", sagte ein Händler. Zudem könne die angekündigte Partnerschaft mit Yahoo das Papier kurzfristig beflügeln, sagte Florian Weber, Aktienhändler bei Schnigge. "Langfristig wird das aber an der fundamentalen Situation des Unternehmens nichts ändern."

Die Aktien des Chipherstellers Infineon legten um mehr als fünf Prozent auf 40,18 Euro zu. Analysten hatten gesagt, es gebe Anzeichen dafür, dass sich das Halbleitergeschäft bis zum Ende des Jahres erholen und Infineon davon profitiere werde.

Die Aktien von Marktschwergewicht Deutsche Telekom gewannen ebenfalls mehr als fünf Prozent an Wert. Händler sagten, es gebe Gerüchte im Markt, wonach die US-Telekommunikationsbehörde FCC die Übernahme des US-Mobilfunkunternehmens Voicestream durch die Telekom blockieren könnte. "Es ist schwierig zu sagen, ob das gut oder schlecht für die Telekom ist", sagte ein Händler. Zudem profitierten die Aktien ebenfalls von einer technischen Erholung nach den jüngsten Abschlägen. Die Papiere der HypoVereinsbank stiegen um knapp drei Prozent. Börsianer führten die Bewegung auf Spekulationen im Markt zurück, wonach die Münchener Rück ihren Anteil an der Bank weiter aufstocken wolle.

Die Aktien der Deutschen Post standen mit einem Abschlag von mehr als fünf Prozent auf der Verliererseite, was Händler mit dem Durchbrechen einer charttechnischen Unterstützung bei 18,85 Euro begründeten. "Es ist rein technisch, es liegen keine fundamentalen Gründe vor", sagte ein Händler.



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