6,5 Prozent Marktanteil angestrebt
Fiat Deutschland will größter Autoimporteur werden

Der neue Vorstandsvorsitzende der deutschen Fiat Automobil AG hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. "Spätestens bis 2008 wollen wir Deutschlands Pkw-Importeur Nummer 1 sein."

dpa FRANKFURT/M. Haydan Leshel (46), der seit Anfang Juli nach dem tödlichen Rennunfall seines Vorgängers Christian Peruzzi an der Spitze von Fiat Deutschland steht, räumt allerdings ein, dass dies auf dem hart umkämpften Markt hier zu Lande eine schwierige Aufgabe ist. "Die deutschen Wettbewerber haben ihre Hausaufgaben besser gemacht", sagte Leshel.

Als Zielmarke peilt der gebürtige Münchner mit internationaler Automobilerfahrung einen Marktanteil von 6,5 % an. Derzeit kommt der italienische Autohersteller mit den Marken Fiat, Alfa Romeo und Lancia lediglich auf einen Anteil von 3,47 % bei den inländischen Pkw-Neuzulassungen. 1999 waren es noch 3,90 %. Mittelfristig will die Fiat-Gruppe den französischen Konkurrenten Renault überholen. Die französische Marke ist seit einigen Jahren größter Pkw-Importeur und kam im Zeitraum Januar bis Juli auf einen Marktanteil von 5,85 %.

Ähnlich wie Opel leidet Fiat auch unter einem schlechten Image hinsichtlich Qualität und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge. "Bei der Qualität haben wir mächtig aufgeholt, aber das müssen wir noch bewusst machen", betonte Leshel. Deshalb will er auf der Frankfurter Automobilausstellung IAA in der nächsten Woche bekannt geben, dass rückwirkend vom 1. September an auf alle Fiat-Produkte eine Zwei- Jahres-Garantie gewährt werden soll.

Erheblichen Rückenwind erwartet Fiat-Deutschland vom neuen Modell "Stilo", das auf der IAA von Formel 1-Weltmeister Michael Schumacher präsentiert wird. Dieses Auto der Golf-Klasse demonstriere auch den Sinneswandel im gesamten Fiat-Konzern, sagte Leshel. Es würden nicht mehr "italienische Autos" gebaut, die von den Händlerorganisationen auf den Exportmärkten verkauft werden müssten. Die Vertriebstöchter hätten mittlerweile mehr Einfluss auf Modell-Entscheidungen der Turiner Zentrale. "Neben Italien gilt Deutschland mittlerweile als der Pilotmarkt für Europa."

In den kommenden drei Jahren seien insgesamt neun neue Modelle der Fiat-Familie zu erwarten. Dabei müsse es gelingen, den hohen Stellenwert italienischer Kultur in Deutschland auch auf Automobile zu übertragen, lautet die Verkaufsstrategie von Leshel. "In der Mode, in der Musik und in der Spitzengastronomie haben Italiener einen sehr guten Ruf. Nur beim Autokauf ist noch kein italophiles Verhalten zu erkennen."

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