6,7 Milliarden Minus erwartet
Sommer kündigt für 2002 Rekord-Verlust an

Im laufenden Jahr soll der Verlust in der Telekom-Bilanz so hoch wie nie zuvor ausfallen. Ron Sommers beteuert, die Finanzkraft des Unternehmens werde nicht darunter leiden. Doch das geht im Pfeifkonzert der Aktionäre unter.

ap KÖLN. Grund für den Verlust sind die hohen Abschreibungen vor allem für die US-Mobilfunkgesellschaft VoiceStream. Diese wirkten sich nach deutschem Handelsrecht in der Bilanz aus, seien aber nicht kassenwirksam und beeinträchtigten deshalb die Finanzkraft des Unternehmens nicht.

Doch es gelingt Telekom-Chef Ron Sommer nicht, das als gute Botschaft bei den Aktionären auf der Hauptversammlung anzubringen. Während der Manager immer wieder zu verdeutlichen suchte, dass die ausgewiesenen Verluste in der Unternehmensbilanz auf Investitionen beruhten, die dann in Zukunft erst richtig für Gewinne sorgen würden, waren die Aktionäre einfach sauer. Die fast 9.000 Telekom-Miteigentümer im weiten Halbrund der Kölnarena sehen vor allem den inzwischen abgestürzten Kurs der Telekom-Aktien. Sie machten ihrem Unmut mit lauten Pfeifkonzerten Luft.

Nach Darstellung Sommers betrug der Verlust der Telekom im Jahr 2001 ohne Sondereinflüsse 4,7 Mrd. Euro. Im laufenden Jahr kämen durch Abschreibungen von 16 Mrd. Euro ein weiterer buchmäßiger Fehlbetrag von zwei Mrd. Euro hinzu. Maximal sei ein Fehlbetrag von 6,7 Mrd. Euro zu erwarten, der sich durch das gut laufende operative Geschäft wahrscheinlich aber verringern werde.

Sommer betonte, es gebe keine Alternative zu diesem Vorgehen. Die Abschreibungen kämen aus Wachstum, beruhten auf notwendigen Investitionen. VoiceStream entwickle sich bereits zu einem der Wachstums-Motoren für den ganzen Konzern. Für die verbliebenen Kabelfernsehnetze der Telekom, deren Verkauf an das US-Unternehmen Liberty Media am Veto des Bundeskartellamts gescheitert war, gebe es eine Reihe von Interessenten, berichtete Sommer. Er wolle keine Einzelheiten nennen, rechne aber mit einem Abschluss im nächsten, eventuell sogar noch in diesem Jahr.

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