60 Jahre Bundesrepublik
„Land vor historischen Weichenstellungen“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Herausforderungen des deutschen Wiederaufbaus mit den Problemen der aktuellen Finanzkrise verglichen. "Wir stehen heute wieder und erneut vor historischen Weichenstellungen", sagte Merkel.

HB BERLIN. Die Parteivorsitzende zog den Vergleich am Montag in Berlin auf einer CDU-Veranstaltung zu 60 Jahren Bundesrepublik Deutschland und dem 20. Jahrestag des Mauerfalls. Der Staat könne dies nicht alleine schaffen, das Engagement eines jeden Bürgers sei gefragt, sagte Merkel und nahm insbesondere Manager scharf in die Pflicht.

Die Kanzlerin forderte als Reaktion auf die Krise "Schlussfolgerungen und Selbstverpflichtungen auch aus dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich". Dazu bedürfe es einen öffentlichen Dialogs, "gerade auch innerhalb der Wirtschaft", sagte die CDU-Vorsitzende. Sie erwarte von niemandem eine öffentliche Selbstkasteiung, aber sie erwarte Antworten. "Die Einsicht, dass Verdienst von dienen kommt, wäre eine solche Möglichkeit", sagte Merkel.

"Auch unsere Generation muss wieder mutige Entscheidungen treffen", sagte Merkel. Die Deutschen hätten seit den 70er Jahren über ihre Verhältnisse gelebt. "Es wurden immer wieder Wechsel auf die Zukunft ausgestellt", kritisierte sie.

"Auf den Finanzmärkten kam die begrenzende Ordnung abhanden", sagte Merkel. Akteure der Finanzmärkte hätten ohne Regeln agiert, die Regeln der Sozialen Marktwirtschaft seien außer acht gelassen worden. Nur unter Beibehaltung der Sozialen Marktwirtschaft könne der Weg aus der Krise gelingen. "Es geht also darum, stärker aus der Krise herauszukommen als wir hereingegangen sind."

Auffällig oft wurden auf dem Festakt die Verdienste von Altkanzler Helmut Kohl gelobt, der selbst nicht anwesend war. Merkel sagte, 1989 habe sich die Welt in größter internationaler Verunsicherung befunden. Kohl habe den Weg in die Einheit gewiesen und den Boden für ein geeintes Europa bereitet. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla erklärte, es bleibe das große historische Verdienst von Helmut Kohl, die deutsche Einheit vollendet zu haben.

"Wir feiern deutsche Geschichte, wir feiern deutsches Glück", sagte Merkel. Deutschland lebe in Frieden und Freiheit und sei von Nachbarn umgeben, bei denen dies ebenfalls der Fall sei. "Man kann sagen: Wir feiern einen historischen Glückszustand", sagte Merkel und dankte in diesem Zusammenhang auch dem letzten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maiziere.

Zu der Veranstaltung hatten sich im Deutschen Theater Berlin zahlreiche Gäste eingefunden, darunter Bundestagspräsident Norbert Lammert, der Unionsfraktionsvorsitzende Volker Kauder, CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer, die Ministerinnen Ursula von der Leyen und Annette Schavan und der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder. Die musikalische Umrahmung lieferte Stargeiger David Garrett. Eine Runde mit Zeitzeugen wurde von Johannes B. Kerner moderiert.

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