60 Jahre deutsche Wirtschaftsgeschichte
Porsche – Luxus aus Blech

Mit einem Todesfall beginnt im September 1955 der Aufstieg einer der begehrtesten Automarken der Welt: Porsche. Ein halbes Jahrhundert später kontrolliert der Nachfahr sogar seinen Ahnen - Volkswagen.

STUTTGART. Ein tödlicher Unfall ist es, der 1955 aus einer jungen Automarke eine Legende macht. Es ist der Abend des 17. September, als ein 24-Jähriger mit seinem Porsche 550 Spyder von einem entgegenkommenden Auto gerammt wird. James Dean ist tot.

Erst kurz zuvor hatte der amerikanische Filmstar seinen ersten Porsche, einen 356-1500-ccm-Speedster-Cabrio S, gegen den neuen getauscht. Der jugendliche Draufgänger sucht das Tempo und die Eleganz. In Drehpausen fährt Dean sogar mit seinem Porsche Autorennen. Für Porsche ist der Rennsportbegeisterte der ideale Werbeträger in den USA.

Doch erst sein Unfall macht die erst sieben Jahre alte Automarke Porsche über Nacht weltberühmt. Das, was am 8. Juni 1948, in der 23. Kalenderwoche vor 58 Jahren, mit der technischen Abnahme des ersten Porsche, des 356, begonnen hat, wird zu einem der größten Erfolge der deutschen Unternehmensgeschichte.

Der Ursprung des im Jahre 2006 erfolgreichsten Sportwagenherstellers der Welt hat freilich nichts mit der Glitzerwelt des Zelluloids zu tun. Der Ursprung ist die verrückte Vision, einen Sportwagen zu bauen - direkt nach dem Krieg, zu einer Zeit, in der die Menschen alles andere brauchen als einen luxuriösen Traum aus Blech.

Die Wiege steht in einem schlichten Holzbau in Gmünd. Der kleine Ort liegt in Kärnten, nahe des Katschberges an einer der steilsten Passstraßen der Alpen. Hierher hat der Krieg die Hälfte der knapp 600 Mitarbeiter von Ferdinand Porsche, einem der genialsten Ingenieure seiner Zeit, dem Entwickler des "Volkswagens", verschlagen. Am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen war es durch die Bombenangriffe zu gefährlich geworden. Seine Familie hatte Porsche ins österreichische Zell am See evakuiert.

Mit von der Partie ist auch Ferdinand Porsches Sohn. Weil er den gleichen Vornamen trägt wie der Vater, wird er "Ferry" gerufen, um Verwechselungen zu vermeiden. Unter seiner Führung machen sich die Porsche-Ingenieure daran, einen Sportwagen zu entwickeln. Es soll der erste Wagen der Porsches werden, der auch ihren Namen trägt.

Bisher hatte Porsche senior stets für andere Autos entworfen: erst für den österreichischen Hofkutschenlieferanten Lohner, für Austro-Daimler und Daimler in Stuttgart, dann für Steyr und Auto-Union. Nun also endlich

"Das war eine alte Idee meines Vaters", hat Ferry Porsche später erzählt. "Als er von Austro-Daimler zu Mercedes wechselte, dachte er daran, etwas Ähnliches aufzubauen, wie es seinerzeit Bugatti getan hatte." Als Ferdinand Porsche für Hitler den Käfer erfand, entwickelte er eine Sportwagenversion gleich mit. Aber die Nazis sahen keinen Bedarf für ein solches Fahrzeug. Alle weiteren Träumereien beendete der Krieg.

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