600 000 Dollar in der Schweiz
Konto gefährdet Menems Präsidentenpläne

Ein Konto in der Schweiz gefährdet zunehmend die Ambitionen des früheren argentinischen Präsidenten Carlos Menem auf eine Rückkehr an die Staatsspitze.

HB/dpa BUENOS AIRES. Der Richter Norberto Oyarbide, der die mögliche Verheimlichung des Kontos in früheren Vermögensangaben Menems untersucht, lud den peronistischen Politiker für den 23. September zu einem Verhör vor. Das berichtete die Zeitung "Clarin" am Mittwoch.

Das Verfahren könnte Menem, der als einer der argentinischen Politiker mit dem sichersten Gespür für Macht gilt, das Recht zur Ausübung öffentlicher Ämter kosten. Der Richter kündigte zugleich an, er werde in die Schweiz reisen, um weitere Erkundigungen zu dem Konto einzuholen.

Menem hatte lange behauptet, überhaupt keine Konten in Europa zu besitzen. Vor einem Monat aber räumte er in einem Fernsehinterview ein, das Konto mit einem Guthaben von 600 000 Dollar auf den Namen seiner früheren Frau in der Schweiz zu unterhalten. Nur einen Tag zuvor hatte die "New York Times" berichtet, Menem habe von Iran zehn Millionen Dollar angenommen, damit er die Rolle Teherans bei dem verheerenden Bombenanschlag auf das jüdische Kulturzentrum Amia 1994 in Buenos Aires vertusche. Menem und Iran bestreiten jede Beteiligung an der bis heute unaufgeklärten Tat, die 85 Menschen das Leben kostete.

Im vergangenen Jahr hatte Menem wegen illegaler Waffenexporte während seiner Amtszeit (1989-1999) mehr als fünf Monate in Untersuchungshaft gesessen. Da er älter als 70 Jahre ist, durfte er die Haft in der Luxusvilla eines Bekannten verbringen.

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