600 000 bezahlte Besuche bei Stiftung Warentest: Click & buy im Internet

600 000 bezahlte Besuche bei Stiftung Warentest
Click & buy im Internet

Das Internet-Zeitalter, in dem sich die Kosten für virtuellen Spass und Information nur auf die Einwahlgebühren beliefen, neigt sich zunehmend dem Ende.

DÜSSELDORF. Für Oma`s Postkarte kann sich ein Internet-Nutzer heutzutage den Gang zum Briefkasten sparen. Neben den Portokosten verlangt die Deutsche Post für den zeitsparenden Service auf ihrer Internetseite funcard.de zwei DM. Bezahlbar ist das Ganze mit einem Pay-per-Click-Verfahren, wie es die Firma Firstgate aus Köln anbietet.

Nach einer einmaligen Anmeldung auf der Homepage von Firstgate kann man bei rund 1700 Anbietern kostenpflichtige Inhalte abfragen und per Lastschrift- oder Kreditkarte bezahlen. Firstgate registriert alle angefallenen Kosten eines Monats und bucht diese gesammelt ab. "Der Kunde kann so bequem bei zahlreichen Anbietern Inhalte abrufen, ohne sich dort registrieren zu müssen", erklärt Norbert Stangl, Firmengründer und Vorstandsvorsitzender von Firstgate. "Zusätzlich ist völlige Transparenz der Kosten gegeben, da alle Transaktionen realtime auf dem Firstgate-Konto abgerechnet und über die Homepage unseres Unternehmens für den Kunden jederzeit einsehbar sind."

Für Bücher fehlen noch adäquate Endgeräte

Generell Geld für Inhalte im Internet zu verlangen, sei allerdings Utopie. "Die Exklusivität spielt hierbei genauso eine Rolle, wie der unmittelbare Nutzen für den Kunden", meint Stangl. Vor allem für Serviceleistungen mit hohem Nutzwert seien Nutzer bereit zu bezahlen. Im Nachrichtenbereich sei die Konkurrenz zu groß und für Bücher fehlten noch adäquate Endgeräte. "Für den Verkauf journalistischer Inhalte eignen sich nur exklusive Hintergrund-Stories", meint Stangl, ergänzt aber: "Mit dem "Spiegel" führen wir Gespräche."

Bereits 200 000 Internet-Nutzer haben sich bei Firstgate registriert und "täglich kommen 2000 weitere hinzu", kann Stangl berichten. Zu den namhaftesten Anbietern zählen unter anderem RTL, Stiftung Warentest , die Deutsche Post, der Wirtschaftsnachrichtendienst vwd und Stefan Raabs TV-Total -Homepage.

Wer Stefan Raabs lustige Quizfragen beantworten oder sich bei "Wer wird Millionär?" für den Plausch mit Günther Jauch anmelden will, muss zahlen. "Sie können ihre Datenbankrecherche bei Heise genauso mit uns abrechnen, wie den SMS-Finanzinformationsdienst von Gatrixx", erläutert der Vorstandschef des vor zehn Monaten gestarteten Unternehmens die Vielfalt des Angebots.

Firstgate kassiert für den Anschluss an das Click & buy-System von den Firmen 20 bis 30 % des Umsatzes, trägt dafür allerdings auch das Risiko von Beschwerden und entsprechenden Rückbuchungen. Bislang wurden 12 Millionen DM in das Geschäftsmodell investiert. Nach Angaben von Firmengründer Stangl sollen in Kürze weitere 10 Millionen DM folgen.

600 000 bezahlte Besuche bei Stiftung Warentest

"Das Firstgate-System wird von dreiviertel unserer Kunden genutzt", erklärt Daniel Gläser, EDV-Leiter bei Stiftung Warentest. Obwohl es nicht die Anonymität der Systeme biete, die, wie Net 900 oder Infin Micro-Payment, über die Telefonrechnung abgerechnet werden, ist es auf der Seite der Verbraucher-Tester das bei weitem erfolgreichste.

Bei fünf Millionen Seitenaufrufen pro Monat stehen bei der Stiftung Warentest 600 000 bezahlte Visits zu Buche. Obwohl die Angebote bislang nur ein "Randgeschäft" darstellen, sind sie bereits bei zahlreichen Nutzern akzeptiert. "Die Testberichte sind zudem mit interaktiven Tools bestückt und können sie online auf das Profil der jeweiligen Nutzer zugeschnitten werden", erläutert Gläser.

Der Vorteil gegenüber der Printausgabe sei neben der Interaktivität der Tests zudem die Tatsache, dass der Kunde nur für die Inhalte bezahle, die ihn tatsächlich interessieren. "Wir haben uns ganz bewußt gegen eine Abo-Variante für den Online-Bereich entschieden", erklärt EDV-Leiter Gläser.

Deutliches Wachstum seit drei Monaten

"Im Markt hat sich in den letzten drei Monaten ein deutlich ansteigendes Wachstum entwickelt", erläutert Firstgate-Vorstandschef Stangl die Entwicklung der Branche. Dazu beigetragen habe die große Transparenz und einfache Nutzung des Firstgate-Systems, sowie das breite damit nutzbare Angebot. "Insbesondere die Realtime-Kostenkontrolle wurde im Rahmen unserer Marktforschungsaktivitäten von unseren Nutzern positiv bewertet", so Stangl.

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