69-Jähriger bleibt gleichzeitig Chairman des Batterieherstellers Exide
GM ernennt Ex-Chrysler-Manager Lutz zum Entwicklungschef

Der US-Autokonzern General Motors hat den früheren Chrysler-Topmanager Bob Lutz zu seinem neuen Entwicklungschef ernannt. Lutz trete zum 1. September in das Unternehmen ein und erhalte einen Drei-Jahres-Vertrag, teilte der größte Autokonzern der Welt am Donnerstag in Detroit mit.

Reuters DETROIT. Lutz, der mittlerweile 69 Jahre alt ist, folge Tom Davis nach, der im ersten Quartal 2002 in den Ruhestand gehe. Lutz bleibe gleichzeitig Chairman des Batterieherstellers Exide. Erst im Dezember hatte GM den früheren Ford-Finanzchef John Devine angestellt und ihm ebenfalls das Finanzressort übertragen.

"Ich übernehme diesen Posten, da es wirklich eine einmalige Gelegenheit ist: die Gelegenheit, bei der Neuausrichtung nicht nur einer amerikanischen, sondern einer Welt-Ikone zu helfen", teilte Lutz mit. GM hatte zuletzt in den USA erheblich an Marktanteilen verloren, und das Design neuer Fahrzeuge des Konzerns war gelegentlich belächelt worden. Zuletzt hatte GM mehrfach Maßnahmen ergriffen, um seine Fahrzeuge zu verbessern. So hatte der Konzern mehrere Spitzendesigner angeworben, darunter der Designer des Chrysler-Verkaufsschlagers PT Cruiser, Bryan Nesbitt, und Anne Asensio von Renault.

Lutz war 1998 bei Chrysler ausgeschieden, nachdem der drittgrößte US-Hersteller die Fusion mit der deutschen Daimler-Benz vereinbart hatte. Lutz war 1986 zu Chrysler gekommen und dort später Vice Chairman (vergleichbar einem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden) und President geworden. Im Rennen um den Chefposten bei Chrysler unterlag Lutz 1992 Robert Eaton, der später als Chief Executive Officer (CEO, vergleichbar einem Vorstandsvorsitzenden in Deutschland) die Fusion von Chrysler mit dem Daimler-Konzern vereinbarte.

Lutz wird der Verdienst zugeschrieben, in den 90-er Jahren mit der Entwicklung zahlreicher neuer Fahrzeuge und der Einführung neuer Technologien wie etwa einem Plattformkonzept wesentlich zum Wiederaufstieg von Chrysler nach einer schweren Krise beigetragen zu haben. Zum Zeitpunkt der Fusion mit Daimler 1998 galt Chrysler dann als sehr designorientiert und als einer der rentabelsten Autohersteller der Welt. Inzwischen ist Chrysler aber unter anderem durch den härteren Wettbewerb in Nordamerika wieder in Schwierigkeiten geraten und schrieb zuletzt hohe Verluste. Im Februar hatte der Mutterkonzern DaimlerChrysler deswegen ein milliardenschweres Sanierungsprogramm vorgelegt, das unter anderem den Abbau von 26 000 Arbeitsplätzen bei Chrysler vorsieht.

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