699 Millionen Euro Konzernverlust: Bankgesellschaft hofft auf schwarze Zahlen

699 Millionen Euro Konzernverlust
Bankgesellschaft hofft auf schwarze Zahlen

Die Bankgesellschaft Berlin wird nach Angaben ihres Vorstands nach einem Nettoverlust 2002 von knapp 700 Millionen Euro im laufenden Jahr zumindest operativ Gewinne schreiben. Das Land Berlin als Hauptaktionär werde über die geleisteten Risikoabsicherungen in Milliardenhöhe hinaus voraussichtlich bis Ende 2006 keinen zusätzlichen Kapitalzuschuss leisten müssen.

Reuters BERLIN. "Wir glauben, dass wir im laufenden Jahr zumindest im operativen Bereich ein zumindest ausgeglichenes Ergebnis erreichen werden", sagte Vorstandschef Hans-Jörg Vetter am Montag in Berlin. Wegen hoher Abschreibungen hatte die Bank im vergangenen Jahr einen Konzernverlust von 699 (Vorjahr 112) Millionen Euro verbucht. Der Fehlbetrag im operativen Geschäft sei aber mit 48 (Vorjahr 632) Millionen Euro deutlich überplanmäßig gesenkt worden, fügte Vetter hinzu.

Bedarf an neuem Kapital erwartet er für die Bank bis zum Abschluss der Sanierung Ende 2006 nicht mehr. Den Verkauf von Beteiligungen will die Bank fortführen, wobei noch im ersten Halbjahr die Tochter Allbank und Ende 2003 oder Anfang nächsten Jahres die gewinnträchtige Weberbank veräußert werden sollen. Der gemessen am Ergebnis des vergangenen Jahres niedrige Verlust aus dem 2001 ist begründet durch Haftungsübernahmen durch das Land Berlin von bis zu 21,6 Milliarden Euro. Ohne diese so genannte Risikoabschirmung von Immobilien-Altrisiken hätte der Verlust 2001 nach früheren Angaben der Bank bei bis zu zwei Milliarden Euro gelegen. Berlin hält rund 81 Prozent an der Bank. Der Senat hatte vergangene Woche entschieden, das Institut nicht an ein US-Konsortium zu verkaufen, sondern in Eigenregie zu sanieren. Danach soll die Bank aber privatisiert werden.

Hohe Abschreibungen auf Euro-Stoxx-Fondsanteile

Dass die Bank trotz des niedrigeren operativen Verlusts einen Gesamtfehlbetrag von 699 Millionen Euro verbuchte, liege maßgeblich an Abschreibungen von 399 Millionen Euro auf Euro-Stoxx-Fondsanteile wegen der schwachen Börsenentwicklung, sagte Vetter. Aus heutiger Sicht sehe er aber für 2003 hier keinen neuen Abschreibungsbedarf mehr. Beim operativen Verlust 2002, der zum Vorjahreswert halbiert werden sollte, lag die Bank deutlich über Plan. Vetter nannte als Hauptgrund die stärker als geplante Senkung der Sachkosten. Bereits 2000 der bis Ende 2005 geplanten gut 4000 Stellenstreichungen seien abgebaut worden. Er hoffe, dass man auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten könne, sagte Vetter.

Die Risikovorsorge der Bank sank im vergangenen Jahr auf 531 Millionen Euro von 763 Millionen Euro im Jahr zuvor. Den Bestand an Risikovorsorge von 5,4 Milliarden Euro zum Ende 2002 nannte Vetter "ordentlich". Dennoch werde es etwa weitere drei Jahre dauern, bis die Bank eine normale Risikovorsorgebelastung in ihren Jahreszahlen ausweisen werde. Der Zinsüberschuss sank um 9,1 Prozent auf 1,706 Milliarden Euro, der Provisionsüberschuss um 11,4 Prozent auf 342 Millionen Euro.

Vetter: Bis 2006 kein Kapitalbedarf absehbar

Vetter wies Spekulationen zurück, die Bank könnte bald wieder Kapital benötigen. Aus heutiger Sicht reiche das Kapital bis zum Ende der Sanierung 2006. Eine Rolle dabei spiele auch der angestrebte Abbau der Bilanzsumme in Richtung 140 Milliarden Euro - 2002 ging sie um 7,6 Prozent auf 174,8 Milliarden Euro zurück. Die Gesamtkapitalkennziffer für 2002 lag bei 9,4 Prozent, die Kernkapitalquote bei 5,6 Prozent. Ende 2006 solle die Kernkapitalquote bei rund sieben liegen.

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