7 000 Stellen betroffen
Siemens verschärft Sparkurs

Siemens will das in Turbulenzen geratene Geschäftsfeld "Information and Communications" mit drastischen Einschnitten wieder auf die Erfolgsspur bringen.

cbu MÜNCHEN. Wie der Konzern am Montag mitteilte, werden im Bereich Netzwerke (ICN) bis Ende September 2002 weitere 5 000 Stellen abgebaut, davon 2 000 im Inland. Bisher hat der Bereich bereits den Abbau von 5 000 Arbeitsplätzen angekündigt, dabei werden auch betriebsbedingte Kündigungen notwendig. Insgesamt werden damit jetzt 10 000 Stellen wegfallen. Im Netzwerkgeschäft sind danach noch rund 43 000 Menschen für Siemens tätig.

Die Hälfte der Produktionsstandorte soll wegfallen

Auch die Hälfte der weltweit rund 20 Fertigungsstandorte soll wegfallen, hieß es. Ein Siemens-Sprecher sagte dazu, die deutschen Werke in Bruchsal, Berlin und Greifswald sowie die Standorte in China und Brasilien seien aber nicht gefährdet. Siemens unterhält im Netzwerk-Geschäft daneben noch eine Vielzahl von Produktionsstätten, etwa in Ägypten, Russland, Indien oder der Ukraine. Diese waren in der Vergangenheit notwendig gewesen, weil bei staatlichen Aufträgen ein gewisser Anteil an lokaler Fertigung notwendig war. Insgesamt will der neue ICN-Bereichs-Chef Thomas Ganswindt mit den Maßnahmen mindestens 2 Mrd. Euro einsparen.

Im Mobilfunkgeschäft (ICM) streicht Siemens weitere 2 000 Arbeitsplätze, davon etwa 1 000 in Deutschland. In dieser Sparte sind schon 2 600 Stellen weggefallen, zusammen also 4 600. Siemens ist weltweit hinter Nokia, Motorola und Ericsson die Nummer Vier bei Mobiltelefonen. Der Konzern streicht jetzt in erster Linie auf dem Gebiet Mobilfunknetze und plant hier Einsparungen von 400 Mill. Euro.

Nachfrage im Mobilfunk rückläufig

Siemens reagiert mit den Einschnitten wie die gesamte Konkurrenz auf die Krise der Telekommunikations-Märkte. Im Mobilfunk ist die Nachfrage nach Geräten derzeit rückläufig. Bei Netzwerken halten sich die Kunden der Technologie-Unternehmen ebenfalls zurück. Angesichts der hohen Investitionen in UMTS-Lizenzen und der daraus resultierenden Verschuldung haben viele Telekommunikations-Konzerne die Investitionen drastisch zurückgefahren. Auch die Geschäftskunden zögern.

So sind die Siemens-Sparten ICN und ICM, die im vergangenen Jahr noch zu den größten Gewinnbringern gehörten, inzwischen Sorgenkinder des Konzerns. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2000/01 (April bis Juni) machte ICN einen Verlust von 563 Mill. Euro, ICM fuhr ein Minus von 511 Mill. Euro ein. Zum vierten Quartal wollte sich der Siemens-Sprecher nicht äußern, die Ergebnisse dürften aber weiter tiefrot sein. Die Geschäftszahlen will Siemens am 14. November präsentieren. Siemens sucht derzeit offensichtlich für die Geschäftfelder auch nach Partnern. Zuletzt waren erneut Spekulationen aufgetaucht, der Konzern werde im Mobilfunk mit Motorola kooperieren.

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