7,9 Milliarden Dollar für Mehrheitsbeteiligung
Liberty schluckt QVC fast komplett

Die größte amerikanische Kabelfernsehgesellschaft Comcast verkauft die Mehrheitsbeteiligung am TV-Shopping-Kanal QVC für rund 7,9 Milliarden Dollar an den Medienkonzern Liberty Media. Dies teilten beide Konzerne am Donnerstag nach Börsenschluss mit.

HB/dpa PHILADELPHIA. Der auch in Deutschland aktive Kanal QVC ist das größte amerikanische TV-Shopping-Unternehmen. Liberty ist bereits an QVC beteiligt und wird den Kanal durch den Kauf der Comcast-Beteiligung von 57 % zu 98 % kontrollieren. Die restlichen Anteile halten QVC-Manager.

QVC hat einen Jahresumsatz von 4,4 Mrd. Dollar und erreicht mehr als 85 Mill. US-Haushalte. QVC ist auch in Deutschland, Großbritannien und Japan sehr aktiv. Das Unternehmen verkauft über seine Kabelfernsehkanäle täglich tausende von Erzeugnissen, von Elektronikprodukten bis hin zu Schmuck.

Liberty wird von dem legendären amerikanischen Kabelfernseh-Pionier John C. Malone kontrolliert. Das Unternehmen hält auch erhebliche Minderheitsbeteiligungen an der News Corp. des australischen Medienzaren Rupert Murdoch, an AOL Time Warner sowie an Kabelfernsehgeschäften wie Starz Entertainment und Discovery Channel. Liberty will sich verstärkt von einer Medienholding- zu einer operativ tätigen Gesellschaft entwickeln, wozu die QVC-Übernahme wesentlich beitragen dürfte. Liberty war im vergangenen Jahr bei dem Übernahmeversuch von Kabel-Vermögenswerten der Deutschen Telekom aus wettbewerbsrechtlichen Gründen blockiert worden.

Liberty hat eine Option, für die QVC-Beteiligung von Comcast mit Bargeld, dreijährigen Schuldscheinen und Liberty-Aktien zum Kurs von 11,71 Dollar zu zahlen. Die genaue Verteilung soll in den kommenden Wochen festgelegt werden. Der Liberty-Aktienkurs gab am Donnerstag um 14 Cent auf 11,45 Dollar nach. Comcast legte um 35 Cent auf 31,02 Dollar zu.

Comcast-Chef Brian Roberts bezeichnete QVC als außergewöhnliches Unternehmen. Comcast will sich nach seinen Angaben auf das Kabelfernsehgeschäft konzentrieren. Er will durch die Transaktion die Comcast-Finanzposition verbessern und in zukünftiges Wachstum investieren. Die Transaktion muss von den Aufsichtsbehörden geprüft werden. Sie soll vor Jahresende über die Bühne gehen. Comcast war durch den Kauf des AT&T-Kabelfernsehgeschäfts zum US-Branchenführer geworden, doch hatte die Gesellschaft dabei auch Milliardenschulden angehäuft. Sie hat 21 Mill. Kunden.

Die Transaktion könnte auch Auswirkungen auf die Versteigerung der amerikanischen Unterhaltungssparten der französischen Vivendi Universal SA haben, bei der Liberty einer von sechs Interessenten ist. Der QVC-Kauf dürfte Liberty allerdings nicht aus dem Rennen für die Vivendi-Vermögenswerte werfen.

Der Deal könnte jedoch eine Rückversicherung gegen eine Auktionsniederlage sein, berichtete die "New York Times" am Freitag in ihrer Onlineausgabe. Zu den zum Verkauf stehenden Vivendi-Sparten gehören das Universal Filmstudio, ein TV-Studio, Freizeitparks und die Kabelfernsehkanäle USA und SciFi. Vivendi will angeblich mehr als elf Mrd. Dollar von den Interessenten haben.

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