70 000 Menschen evakuiert worden
Hurrikan "Isidore" sucht Mexiko heim

Mindestens drei Menschen kamen Rundfunkberichten zufolge bei dem Unwetter ums Leben. Außerdem entstanden erhebliche Sachschäden.

dpa/HB MEXIKO-STADT. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben als der Wirbelsturm am Sonntag (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Stundenkilometern aufs Festland traf. Am schwersten betroffen war die Großstadt Mérida, die Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán. Das ganze Ausmaß der Schäden war am Montag noch nicht abzusehen.

Der Hurrikan "Isidore" hatte auf seinem Weg durch die Karibik am Freitag bereits Kuba heimgesucht. Auf Yucatán wurden am Wochenende mehr als 100



000 Menschen aus gefährdeten Zonen ausquartiert. Viele kleine Orte in der Region waren von der Außenwelt abgeschnitten. Der Gouverneur von Yucatán, Patricio Patrón Laviada, warnte, dass die Auswirkungen des Hurrikans "Isidore" schlimmer werden könnten als die des verheerenden Wirbelsturms "Gilbert" im Jahr 1988.

Am Montag erwachte ganz Yucatán ohne Strom, nachdem der Hurrikan hunderte von Leitungsmasten umgeworfen hatte. Der Sturm beschädigte außerdem eine Vielzahl von Häusern und knickte in Mérida die Bäume entlang der Straßen und Avenidas um. "Unser Grün liegt am Boden", sagte die Bürgermeisterin von Mérida, Ana Rosa Payán, in einem Radiointerview. Teile der Stadt standen unter Wasser und mehrere Viertel waren nicht zugänglich, weil am Boden liegende Bäume und Masten die Zufahrten versperrten.

Schwere Schäden wurden auch aus der Landwirtschaft gemeldet. Im Norden des an Yucatán angrenzenden Staates Quintana Roo wurden Fernsehberichten zufolge 80 % der Ernten vernichtet. Entlang der Küste gingen mindestens 300 Fischerboote verloren, die Sturm und Wellen von den Ufern fortrissen. Einige Einwohner der vorgelagerten Insel Holbox hatten sich am Wochenende geweigert, dem Evakuierungsbefehl zu gehorchen. Ihr Schicksal war am Montag noch unklar.

Die mexikanische Erdölgesellschaft Pemex evakuierte vor dem nahenden Wirbelsturm ihre Bohrinseln im Golf von Mexiko und brachte 8 000 Arbeiter an Land. Mexikos Staatspräsident Vicente Fox versprach den Menschen in Yucatán schnelle Hilfe. Am Montagmorgen lag das Zentrum von "Isidore" über dem Festland rund 65 Kilometer süd-südwestlich von Mérida. Die Winde erreichten mit 120 Stundenkilometern noch immer Hurrikan-Stärke. Die Meteorologen sagten voraus, dass "Isidore" zum Golf von Mexiko ziehen und seinen Weg über dem Meer fortsetzen werde.

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