70 Millionen Zuschauer
Vize-Debatte übertrifft Kandidaten-Duell

Die Debatte der beiden Anwärter für das Amt des US-Vizepräsidenten hat weitaus mehr Amerikaner vor den Fernseher gelockt als das TV-Duell der Präsidentschaftskandidaten. Mehr als 70 Millionen Zuschauer hätten die Diskussion zwischen Sarah Palin und Joe Biden am Donnerstagabend verfolgt, teilte das Medienforschungsunternehmen Nielsen Media Research mit.

HB LOS ANGELES. Fast 70 Millionen Fernsehzuschauer haben am Freitag in den USA das Rededuell der Vizepräsidenschafts-Kandidaten Joe Biden und Sarah Palin verfolgt. Das war nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Nielsen Media Research die höchste Sehbeteiligung bei einer landesweit übertragenen politischen Diskussion seit 16 Jahren. Auch lag die Zahl der Zuschauer deutlich höher als bei der ersten Debatte zwischen den Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain. Sie hatten vor einer Woche 52 Mill. Zuschauer vor die Bildschirme gelockt. Experten hatten mit einer überdurchschnittlichen Sehbeteiligung gerechnet, weil Palin vor dem Treffen kaum mit der Presse gesprochen hatte und für ein Interview mit CBS kritisiert worden war. Für die Stellvertreter war es das einzige Fernsehduell, McCain und Obama treffen dagegen noch zwei Mal aufeinander: am kommenden Dienstag sowie am 15. Oktober.

Vergleichbar hohe Einschaltquoten wie am Donnerstag werden in den USA normalerweise nur beim Super Bowl, dem Finale der Football-Profiliga, erzielt. Das Interesse an dem TV-Duell Palin-Biden ist rekordverdächtig: Nur einmal schauten sich laut Nielsen Media Research mehr Amerikaner eine politische Debatte im Fernsehen an - und zwar im Jahr 1980, als 80,6 Millionen die Diskussion zwischen dem damaligen Präsidenten Jimmy Carter und seinem Herausforderer Ronald Reagan verfolgten.

Aus der Debatte ging der demokratische Senator Biden Blitzumfragen zufolge als Sieger hervor. Allerdings zeigten die Umfragen auch, dass die Republikanerin Palin deutlich besser abschnitt als von der Bevölkerung erwartet worden war. Bei dem lebhaften, aber höflich geführten Schlagabtausch vermieden der 65-jährige Senator aus Delaware und die 44-jährige Gouverneurin von Alaska größere Patzer. Ob das Duell Auswirkungen auf den Wahlverlauf haben würde, blieb indes offen. Fast genau einen Monat vor der Abstimmung liegt der Demokrat Obama knapp vor dem Republikaner McCain.

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