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73 Parteien bei ersten freien Wahlen im Irak

Bei den ersten freien Wahlen im Irak am 30. Januar bewerben sich 73 politische Parteien oder Bündnisse um die 275 Sitze im Nationalparlament. Hinzu kommen 25 Einzelkandidaten. Das teilte der Sprecher der unabhängigen Wahlkommission, Farid Ajar, am Mittwoch in der Hauptstadt Bagdad mit.

dpa BAGDAD/PARIS. Bei den ersten freien Wahlen im Irak am 30. Januar bewerben sich 73 politische Parteien oder Bündnisse um die 275 Sitze im Nationalparlament. Hinzu kommen 25 Einzelkandidaten. Das teilte der Sprecher der unabhängigen Wahlkommission, Farid Ajar, am Mittwoch in der Hauptstadt Bagdad mit.

Der Kommissionsvorsitzende Hussein Hendawi bestätigte den Termin am selben Tag bei einer Anhörung im Übergangsnationalrat. Ursprünglich hatten sich mehr als 200 Parteien bei der Kommission gemeldet. Viele von ihnen haben sich inzwischen zu Wahlbündnissen zusammengeschlossen. Die Platzierung auf dem Wahlschein wurde durch eine Lotterie entschieden.

Als aussichtsreichstes Bündnis gilt der schiitische Block Vereinigte Irakische Allianz, dem 22 Parteien und Gruppierungen angehören. Die beiden großen kurdischen Parteien treten ebenfalls gemeinsam an. Übergangsministerpräsident Ijad Allawi, ein moderater Schiit mit enger Bindung an die USA, setzt auf eine eigene Liste.

Unklar ist die Beteiligung der Sunniten, die hinter dem Aufstand gegen die US-Militärpräsenz im Irak stehen und etwa 20 Prozent der Bevölkerung stellen. Die sunnitische Geistlichkeit hatte zum Wahlboykott aufgerufen. Die moderat-sunnitische Irakische Islam - Partei (IIP) hat zwar eine Kandidatur angemeldet, verlangt aber eine Verschiebung der Abstimmung.

Einen Tag nach dem bisher verheerendsten Angriff auf eine US-Militäreinrichtung im Irak verschärften die amerikanischen Truppen in der nordirakischen Großstadt Mossul ihre Sicherheitsvorkehrungen. Nach Angaben des örtlichen US-Kommandos vom Mittwoch waren 22 Menschen, darunter 14 US-Soldaten, vier amerikanische Vertragsarbeiter und vier irakische Soldaten getötet worden, als am Dienstag eine von Aufständischen abgefeuerte Rakete das Kantinenzelt in einem US-Stützpunkt traf. In der Nacht zum Mittwoch war in amerikanischen Medien noch von 26 Todesopfern die Rede gewesen.

Nach fast zwei Monaten sollen an diesem Donnerstag die ersten während der Militäroffensive in Falludscha geflohenen Einwohner in die Sunnitenhochburg zurückkehren. Die irakische Übergangsregierung habe einen zeitlich gestaffelten Rückkehrplan gebilligt, erklärte ein irakischer Regierungsbeamter am Mittwoch in Falludscha. Vor der Mitte Oktober begonnenen Offensive hatten rund 450 000 Bürger aus Falludscha auf Aufforderung des US-Militärs hin die Stadt verlassen. Viele von ihnen hausen derzeit in Zeltlagern am Stadtrand.

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