74-Jähriger noch am Mittwoch vor Gericht
Sirven nach Auslieferung aus Deutschland stundenlang vernommen

Nach einem vierstündigen Verhöhr in der Nacht, sollte Alfred Sirven schon am Mittwoch wieder vor Gericht erscheinen.Allgemein wurde erwartet, dass der Prozess für mehrere Wochen unterbrochen wird, um Sirven Zeit zur Vorbereitung seiner Verteidigung zu geben.

ap PARIS. Der ehemalige Elf-Aquitaine-Manager Alfred Sirven ist nach seiner Auslieferung aus Deutschland in der Nacht zum Mittwoch mehr als vier Stunden von der französischen Justiz vernommen worden. Der 74-Jährige habe sich in der Sache wenig kooperativ gezeigt, sagte Justizministerin Marylise Lebranchu am Morgen. Seine Anwälte kritisierten die nächtliche Anhörung im Pariser Justizpalast. Dies sei angesichts seines hohen Alters unwürdig und zudem völlig unnötig gewesen.

Sirven wurde erst nach drei Uhr in seine Zelle im Gefängnis La Sante gebracht. Am Mittag sollte er bereits wieder vor Gericht erscheinen. Ihm wird derzeit in Paris gemeinsam mit dem ehemaligen französischen Außenminister Roland Dumas und fünf weiteren Angeklagten wegen Schmiergeldzahlungen des Elf-Konzerns der Prozess gemacht. Allgemein wurde erwartet, dass der Prozess für mehrere Wochen unterbrochen wird, um Sirven Zeit zur Vorbereitung seiner Verteidigung zu geben.

Lebranchu sagte im Radio Europe-1, Sirven habe sich in der Form kooperativ verhalten. Der Exmanager, der als Schlüsselfigur in der Elf-Affäre gilt, war am Dienstagabend mit einer Regierungsmaschine aus Frankfurt ausgeflogen worden und wurde zunächst ärztlich untersucht. Schwer bewacht wurde Sirven dann in den Justizpalast gefahren: Der Konvoi von acht Wagen und 14 Polizeimotorrädern jagte mit Blaulicht und Sirenen durch Paris, die großen Kreuzungen wurden vorübergehend für den normalen Verkehr gesperrt.

Die Untersuchungsrichter in der Elf-Affäre präsentierten dem 74-Jährigen die vier Haftbefehle und konfrontierten ihn mit den Anschuldigungen. Dabei geht es auch um ein Waffengeschäft mit Taiwan, in das sich Sirven zu Gunsten eines französischen Unternehmens eingeschaltet haben soll. Sein Anwalt Pierre Haik kritisierte, dafür hätte die Justiz 24 Stunden Zeit gehabt.

Sirven war nach mehr als dreijähriger Flucht am Freitag auf den Philippinen aufgespürt und nach einem viertägigen Aufenthalt in Deutschland an Frankreich ausgeliefert worden.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%