75 Prozent für Amtsinhaber
Weißrussland: Lukaschenko deutlicher Wahlsieger

Die weißrussische Wahlkommission hat am Montagmorgen den Wahlsieg des amtierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko bestätigt. Lukaschenko habe 75,6 % der abgegebenen Stimmnen erhalten, teilte die Kommission mit.

Reuters MINSK. Die weißrussische Wahlkommission hat am Montagmorgen den Wahlsieg des amtierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko bestätigt. Lukaschenko habe 75,6 % der abgegebenen Stimmnen erhalten, teilte die Kommission mit. "Wir haben die Daten mehrmals überprüft, der Prozentsatz zeigte große Unterstützung und einen entscheidenen Sieg für Präsident Alexander Lukaschenko", sagte die Chefin der Wahlkommission, Lidija Jermoschina, im staatlichen Fernsehen. Alle abgegeben Stimmen seien ausgezählt. Die Wahl wird sowohl von der Opposition wie auch von OSZE-Wahlbeobachtern als fragwürdig bezeichnet.

Amtsinhaber Lukaschenko hatte sich am Sonntag noch vor Abschluss der Auszählung selbst zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt. "Unser Volk hat gesiegt. Es hat seinen Präsidenten bereits in der ersten Wahlrunde gewählt." Dies sei ein schillernder Sieg, elegant und schön, sagte Lukaschenko weiter. Dem offiziellen Ergebnis zufolge erhielt Lukaschenkos Konkurrent, der Gewerkschafter Wladimir Gontscharik, bei 15,4 %.

Vor Demonstranten in Minsk kündigte Gontscharik am Sonntagabend an, seine Partei werde die Ergebnisse, die sie für gefälscht halte, niemals anerkennen. Zu den Veranstaltung in der Landeshauptstadt waren rund 1000 Anhänger der Opposition gekommen, weniger als von ihr erhofft. Die Opposition werde die ganze Welt darüber aufklären, wie die Wahlfälschungen vorgenommen worden seien, sagte Gontscharik. Der weißrussische Sicherheitsdienst der Regierung hatte die Bevölkerung des Landes nachdrücklich vor Demonstrationen am Wahltag gewarnt.

Die Wahl sei nicht demokratisch gewesen, sagte Hrair Balian von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Mit Blick auf die Umstände vor der Wahl sagte Balian: "Ich würde die Worte frei und fair nicht benutzen." Diese seien nicht demokratisch gewesen. "Der Wahltag an sich war in Ordnung", sagte Balian.

Lukaschenkos Wahlsieg für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren war von Diplomaten erwartet worden, zumal er sich unter den 7,31 Mill. Wahlberechtigten vor allem auf die Stimmen der älteren, vom Verfall der Wirtschaft nach dem Niedergang des Kommunismus enttäuschten Menschen im Land stützen kann. In einer Fernsehansprache am Samstag hatte er sich als Retter des Landes aus wirtschaftlichem und politischem Chaos präsentiert.

In den USA wurde der schnauzbärtige Lukaschenko als "der letzte Diktator Europas" bezeichnet. Kritiker werfen ihm vor, mit Todesschwadronen politische Gegner beseitigt zu haben, was der Politiker aber bestreitet.

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