7 000 Mitarbeiter verlieren Job
First Union kauft Wachovia-Bank

Die US-Bank First Union will ihre Konkurrentin Wachovia Corp per Aktientausch für 13,4 Mrd. $ (rund 29,5 Mrd. DM) übernehmen und damit die Nummer vier in der heimischen Bankenbranche schaffen. Das kündigte First Union am Montag vor US-Börsenbeginn an.

dpa/rtr CHARLOTTE. Durch den Zusammenschluss entsteht ein Institut mit 19 Mill. Kunden, einem Gesamtvermögen von 324 Mrd. $ und 90 000 Mitarbeitern. In den kommenden drei Jahren sollen den weiteren Angaben zufolge allerdings 7000 Stellen wegfallen, die Hälfte davon durch gewöhnliche Fluktuation und Abgänge in den Ruhestand.

Beide Banken erwarteten durch die Zusammenlegung ihrer Geschäfte Einsparungen von jährlich 890 Mill. $ sowie Einmalkosten von 1,45 Mrd. $ für Abfindungszahlungen, Pläne zur Beschäftigungssicherung und Systemintegration, hieß es weiter. Zugleich gehe man davon aus, Kundeneinlagen von 1,5 bis 2 Mrd. $ zu verkaufen, um die Zustimmung der Wettbewerbshüter zu erhalten.

Das neue Kreditinstitut wird als Wachovia Corporation firmieren und seinen Sitz in Charlotte (North Carolina) haben. Die Bank bringt es auf eine Bilanzsumme von 324 Mrd. $ (713 Mrd. DM/365 Mrd. Euro), knapp 19 Mill. Kunden und auf einen Börsenwert von insgesamt 45 Mrd. $. Es wird über 2 900 Zweigstellen verfügen. Die Einlagen belaufen sich auf 183 Mrd. $.

First Union, bislang die sechstgrößte Bank in den USA, bietet den weiteren Angaben zufolge zwei eigene Aktien je Wachovia-Papier. Damit wird Wachovia mit 63,84 $ je Aktie bewertet. Die Wachovia-Aktien waren am Gründonnerstag mit einem Plus von 30 Cents bei 60,20 $ aus dem Handel gegangen. Die First Union-Papiere hatten 28 Cents tiefer bei 31,92 $ geschlossen. Im vorbörslichen Instinet-Handel am Montag fielen sie weiter auf 29,94 $.

"Merger of Equals"

Die First Union ist mehr als drei Mal so groß wie die Wachovia, doch wurde die Transaktion als Fusion Gleicher bezeichnet. Wachovia - Chef L.M. "Bud" Baker wird Verwaltungsratsvorsitzender der fusionierten Großbank, während First Union-Chef G. Kennedy Thompson Präsident und Konzernchef wird.

Die Integration von Großakquisitionen hatte First Union in den letzten Jahren Schwierigkeiten bereitet. Die Ergebnisse der Bank waren in den vergangenen Quartalen zudem auf Grund uneinbringlicher Forderungen und durch Verluste in ihrem Investment-Portfolio belastet worden. Für das erste Quartal gab First Union am Montag einen Rückgang des Reingewinns um 30 % auf 584 Mill. $ oder 59 Cents je Aktie bekannt. Wall-Street-Analysten hatten demgegenüber einer Umfrage von Thomson Financial/First Call im Schnitt mit einem leicht höheren Wert von 62 Cents je Aktie gerechnet.

Die Geschäftsentwicklung von Wachovia wurde in der Vergangenheit ebenfalls durch die konjunkturelle Abkühlung in den USA beeinträchtigt. Die Bank hatte angekündigt, mit den ihren Ergebnissen im ersten Quartal (per Ende März) die Erwartungen zu verfehlen.

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