8 000 Punkte sind auf mittlere Sicht wieder möglich
Dax-Ausblick: Der Abwärtstrend der Aktienmärkte ist ungebrochen

Das Beste an Weihnachten sei, dass die technologielastige US-Leitbörse Nasdaq vier Tage lang geschlossen sein werde. So lautet die zynische Analyse von Kapitalmarktexperten. Noch ist keine Erholung der Aktienmarktschwäche in Sicht.

rsc DÜSSELDORF: Endlich wird es Weihnachten. "Das Beste daran ist, dass an den vor uns liegenden Weihnachtstagen die technologielastige US-Leitbörse Nasdaq vier Tage lang geschlossen sein wird", so Horst Frey vom Kant-Vermögensmanagement. In den letzten Tagen und Wochen hatten sich dramatische Kurseinbrüche an der Nasdaq immer auch auf alle weiteren internationalen Technologiebörsen ausgewirkt. Der Kapitalmarktexperte setzt darauf, dass die guten fundamentalen Daten sich im kommenden Jahr wieder durch Kursaufschläge an den Börsenplätzen bemerkbar machen werden und die Märkte im Jahr 2001 das tun, was die Anlagespezialisten erwarten: "Steigen".

Doch der Weg zu einer Trendwende auf dem Aktienmarkt könnte steinig sein. Die Analysten der Commerzbank gehen zwar davon aus, dass nach dem Kursgewitter der letzten Monate ein günstiges Bewertungsniveau erreicht sei. Wegen schlechter Stimmung und des "anhaltenden Käuferstreiks" sei eine Wende aber noch nicht in Sicht, heißt es im wöchentlichen Börsenausblick.

Erst auf mittelfristig bessere sich das Bild wieder: Die US-Notenbank habe Zinssenkungen in Aussicht gestellt. Sinkende Zinsen würden für mehr Bares in den Kassen der Anleger sorgen und somit für einen Schub an den amerikanischen Leitbörsen. Wenn die US-Börsen sich erholten, werde das dann auch die Börsenplätze in Euroland beflügeln. Außerdem seien die konjunkturellen Rahmenbedingungen und die Gewinnerwartungen in Europa besser als in den Vereinigten Staaten.

8 000 bis 8 100 Dax-Punkte auf Jahressicht

Auf Jahressicht erwarten die Analysten der Commerzbank einen Stand beim Deutschen Aktienindex (Dax) im Bereich um 8 100 Punkte. Das entspreche immerhin einem Kurspotenzial von fast einem Drittel - bezogen auf das aktuell stark gedrückte Niveau.

Privatanlegern empfiehlt die Bank vor allem die stark gebeutelten Technologieaktien zum Kauf. Wachstumswerte seien vor einem langfristigen Horizont jetzt günstig bewertet. Anlagealternativen seien beispielsweise AMB wegen des großen privaten Altersvorsorgebedarfs sowie am europäischen Markt Vivendi.

"Die Schwächeperiode auf den Aktienmärkten hält länger an, als wir dachten, und die Schwankungsbreite ist sehr hoch", kommentiert Anlageexperte Michael Schubert von der Bankgesellschaft Berlin die aktuelle Situation an den Börsen. Und bei den Wachstumsbranchen habe es bereits mehrfach Einstiegssignale gegeben.

Noch seien die Aktienmärkte in einer relativ schwierigen Phase und ließen auf eine Konsolidierung warten. "Die Schlechtwetterzeit ist noch nicht vorbei", sagt der Experte. In der zweiten Jahreshälfte des kommenden Jahres rechnet aber auch Schubert wieder mit Dax-Ständen über 8 000 Punkten.

Die Investoren sind verunsichert

"Der Markt ist deutlich mehr von aufziehender Vorsicht geprägt als in den letzten Monaten", so Matthias Jörss von der BHF-Bank . Bei den Anlegern, die nicht allein in Aktien investiert hatten, gebe es zu Beginn des neuen Jahres zumeist wieder Anlagebedarf. Bekanntlich werden durch Zins-Zahlungen am Jahresbeginn regelmäßig beträchtliche Gelder frei und stehen zur Geldanlage zur Verfügung. Durch das erheblich niedrigere Bewertungsniveau der Aktien seien Käufe sinnvoll, wenngleich diese nicht unbedingt in dem Segment der Wachstumswerte getätigt werden müssten.

Bei einem erwarteten Zinsniveau von 5,5 % für 10-jährige Bundesanleihen sowie Gewinnen von ca. 335-345 Punkten berechnet auf den Dax ergebe sich ein faires Niveau von 7 400 bis 7 600 Punkten. Jörss geht davon aus, dass dieses "relativ moderate" Kursziel mittelfristig wieder übertroffen wird.

Strategische Anlageempfehlungen der Dax-30-Werte kommen in dieser Woche von der WestLB und sind in folgender Tabelle aufgeführt:



WestLB Research GmbH

AktieEPSEPSKGVKGVDiv.renditeEmpfehlung
 2000e2001e2000e2001e2001e 

Adidas

-Salomon
3,934,5417,315,01,5Halten
Allianz8,6210,3847,239,20,4Halten

BMW

St.
1,652,3920,514,21,2Halten

Commerzbank

2,182,2213,513,32,9Kaufen
Daimler-Chrysler3,532,8413,717,02,7Verkaufen

Deutsche Bank

4,644,7518,618,21,8Kaufen
Deutsche Telekom2,171,2616,929,21,7Kaufen
Dresdner Bank1,041,7743,425,62,3Kaufen

Eon

5,793,9311,216,51,2Halten

Epcos

3,685,1330,021,50,9Kaufen
HypoVereinsbank2,283,5125,016,31,9Kaufen

Infineon

1,832,1427,823,8n.a.Kaufen
Karstadt Quelle1,201,5528,822,42,3Verkaufen

Linde

2,342,7922,218,62,2Halten

MAN

St.
2,522,7512,411,43,5Kaufen

Metro

St.
0,891,2254,239,62,3Halten
Münchener Rück8,798,0839,843,30,3Kaufen
Preussag1,932,2521,818,72,4Kaufen

RWE

St.
2,242,2021,021,42,1Halten

SAP

Vz.
1,712,67n.a.67,30,1Kaufen

Siemens

5,166,4828,322,51,1Kaufen
Thyssen Krupp1,001,3817,112,55,2Halten

Volkswagen

St.
3,875,0515,111,61,6Halten
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