8,09 $ je Sema-Aktie
Schlumberger bietet 5,2 Mrd. Dollar in bar für Sema

Mit dem Zukauf solle die Technologie-Sparte von Schlumberger ausgebaut werden, teilte der US-Konzern am Montag mit. Die Übernahme solle bis Ende des zweiten Quartals 2001 abgeschlossen werden.

Reuters LONDON. Der Ölförder-Dienstleister und Elektronikhersteller Schlumberger aus den USA will den angeschlagenen britisch-französischen Software-Dienstleister Sema für umgerechnet knapp 11 Mrd. DM in bar übernehmen. Mit dem Zukauf solle die Technologie-Sparte der Schlumberger ausgebaut werden, teilte der US-Konzern am Montag mit. Je Sema-Aktie ergebe sich damit ein Preis von 8,09 $ oder 560 Pence. Die Übernahme solle bis Ende des zweiten Quartals 2001 abgeschlossen werden. Sema hatte nach eigenen Angaben Gespräche mit mehreren Unternehmen geführt, jedoch keine weiteren Interessenten gefunden.

Schlumberger geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Sema-Vorstand das Übernahmeangebot im Volumen von 5,2 Mrd. $ einstimmig billigen wird. Schlumberger-Chef Euan Baird sagte, 3 Mrd. $ könnten durch Bargeldreserven aufgebracht werden, weitere 2 Mrd. $ würden über Kredite finanziert. Baird machte keine konkreten Angaben zu Kostenersparnissen durch die geplante Übernahme, sagte aber: "Wir werden erheblich einsparen können, dies wird aber einige Zeit brauchen." Die "neue" Sema sollte bis Ende des Jahres entstehen. Von den 20 000 Mitarbeitern der Sema werde niemand entlassen. Der Bereich werde vielmehr durch etwa 10 000 Schlumberger-Mitarbeiter der aus dem IT-Bereich verstärkt.

Schlumberger plant nach eigenen Angaben, seine Technologie-Sparte weiter auszubauen, um zyklische Schwankungen seines Kerngeschäfts im Energiesektor auszugleichen. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen die Smart-Card-Tochter CP8 der französischen Computergruppe Bull für 327 Mill. $ gekauft.

Sema-Chef Pierre Bonelli sagte am Montag, die France Telecom und die Bank BNP Paribas, die zusammen mit einem Fünftel an Sema beteiligt seien, unterstützten die geplante Übernahme durch Schlumberger. Semas Kerngeschäft sind Systemintegration und Software für Telefonrechnungen.

Im vergangenen Jahr hatte Sema das deutsch-amerikanische Softwarehouse LHS gekauft. In den vergangenen drei Monaten musste Sema jedoch zweimal seine Gewinnerwartung senken. Die Aktie notierte im vergangenen Jahr noch bei einem Hoch von 1835 Pence, bevor sie auf unter 480 Pence fiel. Nach dem Übernahmeangebot durch Schlumberger tendierten Sema am Montag jedoch deutlich fester. Das Papier stieg am Nachmittag in London um 15,58 % auf 549 Pence und in Paris um 12,48 % auf 8,56 Euro.

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