80 Prozent vom Wella-Grundkapital
P&G hat Wella bereits fest in der Hand

Trotz des Widerstands einiger Vorzugsaktionäre hält der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble (P&G) mittlerweile knapp 80 % an der Darmstädter Wella AG. Das Unternehmen habe inzwischen 79,2 % der Anteile in seinem Besitz, teilte P&G am Donnerstag mit.

Reuters FRANKFURT/CHICAGO. Hinzu kommen nach Angaben aus Branchenkreisen noch die von Wella selbst gehaltenen eigenen Aktien, die 2,2 % am Grundkapital ausmachen.Einige Vorzugsaktionäre von Wella, die ihre Papiere auf Grund des Angebotspreises nicht verkaufen wollen, hatten darauf gesetzt, dass P&G die Offerte aufstocken könnte, wenn die 80-Prozent-Hürde nicht genommen werden sollte.

P&G hatte jüngst von den Wella-Familienaktionären überraschend 78 % der stimmberechtigten Stammaktien für 92,25 ? je Papier und damit die faktische Mehrheit an dem Darmstädter Traditionsunternehmen erworben. Zugleich bot der US-Konzern den Haltern der stimmlosen Vorzugsaktien 65 ? je Anteilsschein. Die erweiterte Angebotsfrist für den Verkauf der Papiere war am vergangenen Freitag ausgelaufen. Nach der ersten Frist hatte P&G noch weniger als zwei Drittel am Wella-Grundkapital gehalten.

Einige der Vorzugsaktionäre - allen voran Fondsgesellschaften - weigern sich auf Grund der hohen Preisspanne zu den Stämmen, ihre Aktien zu verkaufen und legten zugleich Beschwerde bei Gericht ein. Bisher hatten sie aber noch keinen Erfolg, den Übernahmeprozess aufzuhalten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte die Übernahmeofferte zuvor bereits genehmigt.

Gemessen am Wert aller umlaufenden Wella-Aktien vereinigt P&G nach eigenen Angaben sogar 84,9 % auf sich, da die stimmberechtigten Stammaktien deutlich teurer waren als die Vorzugspapiere. Mit dieser Mehrheit von hier mehr als 80 % kann P&G nach US-Recht voraussichtlich Steuervorteile aus Abschreibungen nutzen - wie es jüngst eine Investmentbank in einer Studie bereits geschrieben hatte.

Dem US-Konzern ist es aber nicht möglich, Minderheitsaktionäre von Wella aus dem Unternehmen zu drängen. Für ein solches "Squeeze Out"-Verfahren benötigt die übernehmende Partei mindestens 95 % am Grundkapital der Zielgesellschaft. P&G hat jedoch bereits mehrfach betont, für die strategischen Ziele aus der Übernahme nicht unbedingt 95 % an Wella zu benötigen.

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