800 Zivilisten auf der Flucht
Mazedonische Armee setzt Beschuss von Matejce fort

Die mazedonische Armee hat am Dienstag mutmaßliche Stellungen albanischer Rebellen in dem Dorf Matejce beschossen. Kampfhubschrauber und die Artillerie feuerten auf die Positionen der Freischärler, die sich nach Armeeangaben in der Stadt verschanzt hatten.

rtr LJUBODRAG. Die Armee war am Montag in das Dorf eingerückt, jedoch anschließend von albanischen Heckenschützen beschossen worden. Die Armee sprach von einer schwierigen Situation. Nach ihren Angaben flüchteten am Morgen etwa 800 Zivilisten aus dem Dorf und der näheren Umgebung. Die Armee schickte weitere Truppen in Richtung Matejces.

Der außenpolitische Koordinator der Europäischen Union (EU), Javier Solana, bemühte sich unterdessen weiter um den Fortbestand der brüchig gewordenen Regierungskoalition in Mazedonien und um die Lösung des Konflikts. Solana unterrichtete zunächst die Außenminister der NATO-Staaten bei ihrem Treffen in Budapest über die Situation in Mazedonien. Anschließend wollte er zurück nach Skopje reisen, wo er am Montag mit politischen Vertretern der slawischen Mehrheit und der albanischen Minderheit zusammengekommen war. Diese hatten vor gut zwei Wochen eine Regierung der nationalen Einheit geschmiedet, die jedoch bereits in der vergangenen Woche Risse bekommen hatte.

Grund hierfür war eine Friedensvereinbarung, die die beiden mitregierenden Albaner-Parteien mit den Rebellen schlossen. Die Regierung weigert sich, mit den Rebellen zu verhandeln und wird in dieser Haltung von der EU und der NATO unterstützt, die eine klare Absage an die Vereinbarung forderten. Bei dem NATO-Treffen in Budapest verlautete jedoch inzwischen in Diplomatenkreisen, die Außenminister forderten nicht mehr eine öffentliche Widerrufung der Vereinbarung durch die Chefs der beiden Albaner-Parteien. Solana wolle der Regierung nun vorschlagen, dass es ausreiche, wenn die albanischen Parteichefs sich von der Vereinbarung distanzierten.

Die Rebellen kämpfen nach eigenen Angaben für die Rechte der albanischen Minderheit. Die Regierung bezeichnete sie hingegen als Terroristen und wirft ihnen vor, separatistische Ziele zu verfolgen. Die Gefechte halten seit Monaten an und haben international die Sorge ausgelöst, die Krise könnte den Balkan destabilisieren.

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