8000 Beschäftigte im Ausstand
Streik im Bankgewerbe ausgeweitet

Der seit rund zwei Wochen andauernde Tarifkonflikt im Bankgewerbe spitzt sich weiter zu. Bundesweit befänden sich rund 8 000 Bankangestellte im Streik, sagte Verdi - Sprecher Uwe Foullong am Freitag in Berlin.

dpa FRANKFURT/MAIN. Allein am Finanzplatz Frankfurt habe sich die Zahl der vom Ausstand betroffenen Institute von vier auf acht erhöht. Bei einigen Banken sei der Zahlungsverkehr schwer beeinträchtigt oder ganz zum Erliegen gekommen. Von den Arbeitgebern wurde dies bestritten

.

Außer in Frankfurt blieben nach Angaben der Gewerkschaft auch in Hamburg, Hannover, Karlsruhe und Wiesbaden knapp 200 Bankfilialen geschlossen, mehr als 2 000 Beschäftigte seien auf die Straßen gegangen. Sollten die Arbeitgeber nicht einlenken, sei in der kommenden Woche bundesweit mit einer Ausweitung des Arbeitskampfes zu rechnen, sagte Foullong.

In Frankfurt schlossen sich Beschäftigte von vier weiteren Instituten dem Ausstand an. Betroffen waren die DZ-Bank, die Nassauische Sparkasse (Naspa), die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und deren Bauspar-Tochter LBS Hessen-Thüringen. Bereits am Donnerstag hatten zwischen 3 000 und 4 000 Mitarbeiter der Deutschen Bank, der Dresdner Bank, der Commerzbank und der SEB ganztätig die Arbeit niedergelegt. Über die Anzahl der streikenden Bankangestellten und der geschlossenen Filialen gab es von Gewerkschafts- und Arbeitgeberseite unterschiedliche Angaben.

Entzündet hatte sich der Arbeitskampf an dem Vorhaben der Arbeitgeber, die Tarifverträge im Bankgewerbe zu öffnen und Teile der Gehälter leistungsabhängig zu machen. Letztere sollen auf 65 % ihres derzeitigen Standes sinken, den Rest wollen die Banken nach Erfolgskriterien zahlen. Für den Fall, dass die Arbeitnehmervertreter dieser Vorbedingung zustimmen, hat der Bankenverband seinen Mitgliedern eine Gehaltserhöhung auf freiwilliger Basis von 3,1 % empfohlen.

Verdi hingegen verlangt 6,5 % und hatte die Pläne der Arbeitgeber bereits mehrfach als "Provokation" zurückgewiesen. Auch aus eigenem Haus wurden die Banken für ihre Tarifpolitik kritisiert. So wandte sich der Gesamtbetriebsrat der Deutschen Bank in einem Schreiben gegen die "Aushöhlung des Tarifvertrages und die Absenkung gesicherter Grundgehälter

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