8000 Menschen fliehen
Vulkanausbruch in Papua-Neuguinea

Mit einem gewaltigen Ausbruch hat sich in Papua-Neuguinea nach rund 80 Jahren der Vulkan Mount Pago zurückgemeldet und bis zu 8000 Menschen in die Flucht getrieben.

dpa/HB SYDNEY/PORT MORESBY. Der Berg habe Gestein und Asche bis zu sechs Kilometer in den Himmel geschleudert, meldeten australische Medien am Donnerstag. Zahlreiche Dörfer am Fuße des 742 Meter hohen Vulkans auf der östlichen Insel New Britain seien von einer dicken Ascheschicht begraben.

Der Flughafen nahe der Stadt Kimbe sei wegen des Ausbruchs, der bereits am Montag begonnen habe, bis auf weiteres geschlossen. Bislang wurde durch die Eruption allerdings niemand verletzt, hieß es. Einige ältere Bewohner der Gegend hätten wegen Atemproblemen behandelt werden müssen, sagte eine Krankenhaussprecherin.

Der Ausbruch sei bislang nicht von Lavaströmen begleitet, sagte ein Sprecher der Vulkan-Beobachtungsstation in der Inselhauptstadt Rabaul dem australischen Rundfunksender ABC. "Lava zeigt sich an fünf oder sechs Stellen an der Nordwest-Flanke, aber sie fließt nicht, sondern bildet Kegel." Die Flüchtlinge seien in Notunterkünften in Kimbe untergekommen, rund 50 Kilometer nördlich des Bergs.

Nach Ansicht des Vulkanonolgen Jerome Lecointre von der Massey- Universität in Neuseeland gibt der Ausbruch keinen Anlass zur Sorge. "Das sieht milde aus", sagte der Wissenschaftler. "In diesem Stadium ist es als noch nicht besonders kritisch anzusehen." Der Mount Pago war zuletzt massiv in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts ausgebrochen. Er gilt unter Experten mit einem Alter von etwa 350 Jahren als sehr junger Vulkan, der allerdings Teil eines größeren Vulkan-Komplexes in der Region sei.

1994 war Rabaul an der Nordspitze New Britains zum Großteil zerstört worden, nachdem zwei benachbarte Vulkane zugleich Feuer spuckten. Damals mussten 30 000 Menschen fliehen. Der asiatische Inselstaat Papua-Neuguinea ist Teil des pazifischen "Vulkan-Gürtels", der auch als "Feuerring" bekannt ist.

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